Carlos soll Mann mit Messer bedroht haben

Der jugendliche Straftäter Carlos soll laut Tagesanzeiger einen Mann mit einem Messer bedroht haben. Gegen den landesweit bekannten 19-Jährigen wurde Anklage erhoben.

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Carlos in einer betreuten Wohnungseinrichtung in der Sendung "Reporter". (Bild: SRF/Keystone)

Carlos in einer betreuten Wohnungseinrichtung in der Sendung "Reporter". (Bild: SRF/Keystone)

Wie der Tagesanzeiger berichtet, ist gegen den Straftäter, der in der Schweiz durch die Sendung "Reporter" als Carlos bekannt wurde, am 27. März beim Bezirksgericht Dietikon Anklage wegen Drohung und weiterer Delikte eingereicht worden. Der Staatsanwalt verlange gegen den 19-Jährigen eine unbedingte Freiheitsstrafe von elf Monaten, aufgeschoben zugunsten einer ambulanten Therapie.

Carlos soll nach Abschluss der Untersuchungen im März nicht aus der Untersuchungshaft entlassen worden sein, er befinde sich weiterhin in Sicherheitshaft. Begründet worden sei diese Massnahme mit Wiederholungsgefahr. Carlos wehrt sich gegen diese Haft mit einer Beschwerde beim Obergericht, ein Entscheid soll innert Wochenfrist gefällt werden.

Der jugendliche Straftäter wurde wegen Drohung, Hinderung einer Amtshandlung und mehrfacher Sachbeschädigung angeklagt. Carlos soll im Oktober 2014 in Zürich in einen Streit geraten sein und einen Mann mit einem Messer bedroht haben. Als die Polizei eintraf, sei Carlos geflohen. Die Stadtpolizei Zürich konnte ihn wenig später verhaften. Die Sachbeschädigung habe Carlos Anfang 2014 im Massnahmezentrum Uitikon verübt. Er habe Zellen verwüstet und einen Schaden von rund 9000 Franken hinterlassen.

Carlos war im Sommer 2013 landesweit bekannt geworden, nachdem in einem Fernseh-Dokumentarfilm der damals zuständige Jugendanwalt über ein "Sondersetting" für den seit seiner Kindheit äusserst schwierigen Jugendlichen berichtete. Mit der Rundumbetreuung sollte er - nach verbüsster Strafe - sozialisiert werden. Erste Erfolge hatten sich eingestellt.

Die Kosten von 29'000 Franken pro Monat riefen jedoch weit herum Empörung hervor. Der damals 18-Jährige wurde inhaftiert, auf Geheiss des Bundesgerichts im Februar 2014 aber wieder entlassen.

Er kam in ein neues, deutlich preisgünstigeres Sondersetting, das nun aber seinen Zweck nicht mehr erfüllte. Im Juni 2014, nach nur vier Monaten, wurde Carlos auf freien Fuss gesetzt. Ende Oktober kam es zum Streit an der Langstrasse. (rr/sda)

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