Böse Dämonen am Wickeltisch

Kaum ist die Windel gewechselt, und ich öffne die Schublade mit den Kinderkleidern, ist er wieder da, dieser Song. «Everyboooody!» Fast zwei Jahrzehnte lang hatte ich ihn erfolgreich verdrängt. (Und ich stand auch damals nicht auf die Backstreet Boys, im Fall.

Roger Berhalter
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Bild: Roger Berhalter

Bild: Roger Berhalter

Kaum ist die Windel gewechselt, und ich öffne die Schublade mit den Kinderkleidern, ist er wieder da, dieser Song. «Everyboooody!» Fast zwei Jahrzehnte lang hatte ich ihn erfolgreich verdrängt. (Und ich stand auch damals nicht auf die Backstreet Boys, im Fall. Die Backstreet Boys waren doof, und Take That waren auch doof. Nur New Kids on the Block waren super, und sie hingen dutzendfach bei mir im Kinderzimmer.)

Wie auch immer: Die längst vergessene Boygroup-Phase ist wieder aktuell, seit ich Vater bin. Leider. Wie ein böser Dämon schleicht sich jeweils dieser Song ins Hirn, jedesmal wenn ich einen Body für mein Baby in die Hand nehme. «Everyboooody! Move your Boooody!» Und dann steht man da und summt diese Melodie, die man seinem Sohn doch nie zeigen wollte, so wie man ihn überhaupt vor allem Bösen auf dieser Welt bewahren möchte. Aber nein: «Everyboooody!»

Vielleicht ist es mit dem Song ja wie mit den Boygroups: Wirklich weg waren sie nie. Die Backstreet Boys haben bis vor kurzem Lieder herausgebracht (zuletzt übrigens zusammen mit den New Kids on the Block, aber lassen wir das). Und die Bubis von One Direction haben soeben ein neues Album veröffentlicht.

Zum Glück trägt mein älterer Sohn mittlerweile keinen Body mehr, sondern Unterleibchen. Da fällt mir beim besten Willen kein Song dazu ein. Die Dämonen scheinen sich zu trollen. «Backstreet's Back. Alright!»

Backstreet Boys: Everybody, Backstreet's Back, 1997

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