Biss für Biss

«Gut gekaut ist halb verdaut.» Den Müttern und Grossmüttern dieser Welt ging dieser Spruch wohl schon etliche Male über die Lippen. Dies nicht ohne Grund, denn der Speichel im Mund enthält Enzyme, die das Essen einspeicheln und so quasi vorverdauen.

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«Gut gekaut ist halb verdaut.» Den Müttern und Grossmüttern dieser Welt ging dieser Spruch wohl schon etliche Male über die Lippen. Dies nicht ohne Grund, denn der Speichel im Mund enthält Enzyme, die das Essen einspeicheln und so quasi vorverdauen. Der Magen hat dann mit der Verdauung weniger zu tun und der ganze Prozess fällt leichter. Zugegebenermassen ist das eine ziemlich unappetitliche Vorstellung, vor allem weil man jeden einzelnen Bissen etwa 32mal zerkauen sollte, ehe man ihn an den Magen weitergibt. An einem Teller Spaghetti würde man auf diese Weise dann so gegen die 67 Minuten kauen und hätte danach ziemlichen Kiefer-Muskelkater und wohl auch die Mittagspause überzogen. Heisst also, kein Mensch macht das. Zumindest fast keiner.

In Japan scheint das angemessene Essen-Kauen ziemlich wichtig zu sein, dafür spricht jedenfalls der Kami Kami. Dieses lustige blaue Gerät sieht aus wie eine Mischung aus einer Zahnspange und einem Kopfhörer und zählt, wie oft an einem Bissen herumgekaut wird. Dazu wird der Kami Kami an den Kiefergelenken befestigt, auf einem gut sichtbaren Bildschirm zeigt er dann an, wie oft gekaut wurde. Immer nach 30mal kauen, macht er ein Geräusch, das signalisiert, dass nun geschluckt werden darf.

Eigentlich dasselbe Prinzip wie der Schrittzähler, einfach für den Mund. Und eigentlich auch einfach nur eine weitere perfide Methode, um Kinder zu einer gesünderen Art zu Essen zu erziehen. Da kann man den japanischen Kindern nur wünschen, dass es oft Suppen und selten Brokkoli und Blumenkohl gibt. Sollte dies doch der Fall sein, gilt wohl: Auf die Zähne beissen und durch. (kar)

www.nittokagaku.com/kamikami

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