Big Brother per Handy

In letzter Zeit haben sich die Face-Time-Anrufe auf dem Handy gehäuft. Face-Time, das bedeutet zu Deutsch: Zeit für ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht. Und ist eine Alternative zum Videochat per Skype.

Diana Bula
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Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Diana Bula)

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In letzter Zeit haben sich die Face-Time-Anrufe auf dem Handy gehäuft. Face-Time, das bedeutet zu Deutsch: Zeit für ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht. Und ist eine Alternative zum Videochat per Skype.

Trennen Tausende von Kilometern die Anrufer, macht das Programm durchaus Sinn. Stellen Sie sich vor: Sie sind auf mehrwöchiger Geschäftsreise in Santiago de Chile und wollen Ihren Lieblingsmenschen mal wieder sehen. Sie drücken auf das Face-Time-Symbol, warten kurz und schon taucht auf dem Display auf, wen Sie so sehr vermissen. Ihr Herz macht Luftsprünge. Auch auf dem Kilimandscharo in Afrika angelangt, wären viele versucht, die Daheimgebliebenen per Face-Time am Erfolg und Naturerlebnis teilhaben zu lassen. Doch der Handy-Empfang ist an solchen Orten meist denkbar schlecht.

Die zu Beginn erwähnten Face-Time-Anrufe kamen aber weder von Geschäftsreisenden, noch von Kilimandscharo-Bezwingern. Sondern von Leuten, die man eben erst getroffen hatte. Da genügen Worte, da braucht es kein Bild. Erst recht nicht, wenn man sich soeben einen Couch-Tag im Schlabberlook (und mit bad hair) gönnt, Pickel ausgedrückt oder den vom Spaghettiessen noch roten Mund nicht abgeputzt hat. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil er für die Zufriedenheit nach einem Teller dampfender Pasta steht. Und die soll anhalten. Vielleicht mistet man auch gerade Lidschatten aus, probiert sie, bevor sie in den Abfall wandern und sieht wie ein Paradiesvogel aus (grün war tatsächlich mal in!). In solchen Momenten ist Face-Time wie Big Brother: Es bringt unerwünschte Beobachter. Wie gut, hat man die Anrufe verpasst.