BIERVIELFALT: Eine unglaubliche Geschichte

Der «Schweizer Bierführer» ist in dritter Auflage erschienen und spiegelt schon äusserlich die Entwicklung der heimischen Bierszene: Er wird jedes Jahr dicker.

Beda Hanimann
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Noch immer kann man nur ungläubig den Kopf schütteln, wenn man sich die Zahlen vergegenwärtigt. Vor 25 Jahren gab es in der Schweiz gerade noch 32 Brauereien, und es schien eine Frage der Zeit, wann auch noch die letzten verbliebenen selbstständigen Betriebe von internationalen Konzernen übernommen und geschlossen oder von sich aus aufgeben würden. In­zwischen dampfen an über 700 Braustätten die Sudhäfen. Diese Entwicklung hat sich jedoch nicht in der Menge niedergeschlagen (der Konsum stagniert seit einem kleinen Anstieg nach der Jahrtausendwende mehr oder weniger), sondern in der Vielfalt.

Das bestätigt der vor zwei Jahren erstmals herausgegebene «Schweizer Bierführer». Sein Umfang ist von 300 auf über 500 Seiten angewachsen, die eben ­erschienene dritte Auflage stellt 325 Biere vor, 100 mehr als vor einem Jahr. Degustiert wurden sie von Vertretern eines Berufsstandes, der im Zug der Entwicklung ebenfalls einen Boom erlebt: der Biersommelier. Die Biere sind nach Stilen wie Lager, Kellerbier, India Pale Ale oder Stout eingeteilt und werden neben ­Angaben zu Farbe, Bittere, Alkoholgehalt und Bezugsquellen in kurzen Degustationsnotizen beschrieben. Die Palette reicht vom spritzig-leichten Sommerbier aus Burgdorf bis zum komplexen IPA Barrel aged Tequila mit über 10 Volumenprozent Alkohol aus Wettingen. Macht richtig Lust.

Beda Hanimann