Beweis für Golfkriegssyndrom

Seit Jahrzehnten ist es bekannt. Rund 25 000 ehemalige Soldaten leiden unter dem Golfkriegssyndrom. Nun haben Forscher erste Beweise im Gehirn dafür gefunden.

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Folgen bis heute: Die Golfkriege. (Bild: ap/ John Gaps)

Folgen bis heute: Die Golfkriege. (Bild: ap/ John Gaps)

Soldaten, welche unter dem sogenannten Golfkriegssyndrom leiden, klagen über Schmerzen, Erschöpfung und kognitive Probleme. Nur, was die Ursache dafür sein könnte, darüber rätselten die Ärzte und Wissenschafter bislang.

Eine Studie der Georgetown University hat nachgewiesen, dass es zu einzigartigen Veränderungen der Schaltkreise im Gehirn gekommen zu sein scheint. Die Ergebnisse entsprechen dem Konsens, dass es sich beim Syndrom um eine körperliche und nicht um eine psychosomatische Erkrankung handelt.

Nicht psychosomatisch

Das Militär verschiedener Länder hat in der Vergangenheit jedoch geleugnet, dass es eine körperliche Grundlage für das Golfkriegssyndrom gibt. Das U.S. Department of Veterans Affairs akzeptiert jetzt zwar offiziell, dass diese Krankheit körperliche Ursachen hat. Das Thema an sich wurde jedoch immer wieder kontrovers diskutiert.

Kontakt mit Sarin

«Was auch immer die Ursache des Golfkriegssyndroms ist, sie ist sicher nicht psychologisch», betont Bernard Rosof vom Huntington Hospital. Zu den möglichen Auslösern gehören der Kontakt mit Sarin und das Medikament Pyridostigminbromid, das die Soldaten zum Schutz gegen das Gas erhalten hatten. Laut James Baraniuk von der Georgetown University ist es wichtig, einen objektiven Test für die Diagnose dieser Krankheit zu finden.

Baraniuk hat gemeinsam mit seinem Kollegen Rakib Rayhan 31 Kriegsveteranen mit Golfkriegssyndrom untersucht. Sie scannten ihre Gehirne mittels Diffusions-Tensor-Imaging. Die Bilder legen nahe, dass es beim Golfkriegssyndrom zu einem Abbau der Nervenbündel kommt. Dieses Phänomen wurde bisher mit keiner anderen Erkrankung in Zusammenhang gebracht.

Falsche Information ans Hirn

Die Patienten mit den schlimmsten Symptomen wiesen auch die deutlichsten Anomalien auf. Die geschädigten Bereiche befanden sich in den Fasern, die schmerzregistrierende Nerven mit den Teilen des Gehirns verbanden, die für die Interpretation von Schmerz verantwortlich sind. Zusätzlich war auch der Bereich betroffen, der es Menschen ermöglicht, ihre Konzentration als Reaktion auf einen Reiz von aussen zu durchbrechen. (red.)

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