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Beste Freunde und gekrönte Häupter

Konzert Man könnte glatt neidisch werden – so liebenswert lebendig und prägnant hat der Brite Edward Elgar enge Freunde und Bekannte in den vierzehn «Enigma»-Variationen musikalisch porträtiert und unsterblich gemacht. Elgars Opus 36 ist in seiner abwechslungsreichen Farbigkeit ein Klassiker gepflegter Unterhaltungsmusik, und das Sinfonieorchester St. Gallen hatte im Tonhalle-Konzert am Sonntag den dafür prädestinierten Dirigenten verpflichtet: Howard Shelley. Als Fachmann für sämtliche Generationen von Mozarts war er mehrfach zu Gast in St. Gallen und auch als Solist am Flügel zu hören.

Man durfte sich also einmal mehr auf ein geistreich und differenziert, mit virtuoser Frische musiziertes und vom Flügel aus geleitetes Mozart-Klavierkonzert freuen: diesmal das «Krönungskonzert» D-Dur KV 537, ein Spätwerk. Die Altersweisheit eines Anfang Dreissigjährigen kommt darin zum Tragen – und die Unverdrossenheit eines Meisters, dessen Stern zu dieser Zeit nicht strahlte. All das brachte Shelley zwischen den Zeilen in schöner Kollegialität und Vertrautheit mit dem Orchester zum Funkeln.

Krönung mit Nationalhymne auf die britische Art

Doch Howard Shelley kam für einmal auch als Patriot, mit zwei englischen Prunkstücken im Gepäck – neben «Enigma» als brillantem Hauptwerk noch zumindest einen Ausschnitt aus Elgars «Pomp and Circumstance March Nr. 1», inoffizielle Nationalhymne der Briten. Wenn schon Krönung, dann auch noch auf die englische Art – danach gab es für das Orchester und für Mister Shelley Standing Ovations. Zu entdecken war ein weiterer, weniger bekannter Brite: Frederick Delius. Sein sanft entrücktes, lyrisches Tableau «The Walk to the Paradise Garden» eröffnete das Konzert und fügte sich bestens ins sonntäglich gestimmte Programm. Ganz ohne Pomp, Glanz und Gloria, aber mit viel Klangsinn und Anmut. (bk.)

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