Bereits Resistenzen gegen Tuberkulose-Medikamente

Gegen erst kürzlich zugelassene neue Tuberkulose-Medikamente gibt es bereits Resistenzen: Das berichten Forscher des Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Instituts (Swiss TPH) in Basel und der Universität Zürich. Sie warnen vor den Folgen.

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Gegen erst kürzlich zugelassene neue Tuberkulose-Medikamente gibt es bereits Resistenzen: Das berichten Forscher des Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Instituts (Swiss TPH) in Basel und der Universität Zürich. Sie warnen vor den Folgen.

Die neuen Antibiotika Bedaquilin und Delamanid gehören zu einer neuen Generation hochwirksamer Medikamente gegen Tuberkulose (TB) und wurden in den USA und Europa erst kürzlich zugelassen. Sie sind das letzte verfügbare Mittel bei multiresistenter TB. Eine solche wurde 2010 auch bei einem aus Tibet in die Schweiz eingewanderten Mann diagnostiziert.

Innert Wochen resistent

Eine Therapie mit vier verschiedenen Antibiotika blieb erfolglos. Erst Bedaquilin zeigte Wirkung. Fünf Monate später hatte er einen Rückfall. Nach wirkungsloser Behandlung mit sieben verschiedenen Antibiotika kam Delamanid zum Einsatz. Doch auch gegen diesen Wirkstoff entwickelten die TB-Erreger innert Wochen Resistenzen. Der Mann überlebte nur dank einer Teilentfernung der Lungenflügel.

Antibiotika kombinieren

Wissenschafter am Swiss TPH analysierten mittels Genomanalysen die Erregerbakterien des Patienten über den gesamten Behandlungszeitraum von drei Jahren. Dabei zeigte sich, wie rasch TB-Bakterien gegen die neuen Antibiotika Resistenzen entwickeln können. Um dies zu verhindern, sei wahrscheinlich eine Kombinationstherapie mit unterschiedlichen Antibiotika nötig. Gemeinsam würden diese die Resistenzbildung erschweren. Allerdings gebe es noch keine Studien über das Zusammenwirken der Wirkstoffe und allfällige Nebenwirkungen. (sda)

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