Beethoven und Mozart, neu gespielt

In Zürich schliesst morgen Giovanni Antonini mit dem Kammerorchester Basel den Beethoven-Zyklus mit der Neunten ab. Solist im ersten Teil ist Kristian Bezuidenhout, dessen grosse Leidenschaft die Mozart-Klaviersonaten sind.

Rolf App
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Kristian Bezuidenhout (Bild: pd)

Kristian Bezuidenhout (Bild: pd)

Es sind hochkarätige Namen, mit denen die «Neue Konzertreihe Zürich» in der dortigen Tonhalle aufwartet. Da treffen sich etwa die Mezzosopranistin Cecilia Bartoli und der Tenor Rolando Villazón zum Duett (am 1. Dezember, begleitet vom Orchestra La Scintilla).

Currentzis und Kopatchinskaja

Das Collegium Vocale Gent unter Philippe Herreweghe singt Bachs Leipziger Weihnachtskantaten (am 21. Dezember) – und das neue Jahr eröffnen am 12. Januar zwei besonders aufregende Künstler: der Dirigent Teodor Currentzis und die Geigerin Patricia Kopatchinskaja. Sie spielt Beethovens Violinkonzert, er wird seinem Originalklang-Ensemble Musica Aeterna dessen unruhig pochende fünfte Sinfonie dirigieren.

Bezuidenhout und Mozart

Beethoven steht auch am morgigen Konzert des Kammerorchesters Basel unter dem italienischen Dirigenten, Blockflötisten und Barockspezialisten Giovanni Antonini auf dem Programm. Dem Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 19 folgt die Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125 – mit den Sängern Rachel Harnisch (Sopran), Gerhild Romberger (Alt), Daniel Behle (Tenor) und Thomas E. Bauer (Bariton).

Solist in Beethovens zweitem Klavierkonzert ist mit dem Südafrikaner Kristian Bezuidenhout ein Mann von besonderem Profil. Gerade ist er dabei, für die Plattenfirma Harmonia Mundi Mozarts Klavierwerk einzuspielen – und zwar auf dem Nachbau eines Wiener Flügels von 1805.

Das ist ein besonderes Erlebnis, denn dieser Mozart tritt zupackend auf und erobert sich sein Terrain mit raschem Tempo – zum Beispiel auf der kürzlich erschienenen siebten CD der Reihe, im ersten Satz der Sonate a-Moll KV 310 mit seinen pochenden Sechzehnteln.

Antonini und Beethoven

Enorme Kontraste tun sich auf, die weit grösser sind, als wenn diese Musik auf einem modernen Steinway gespielt wird. Zu langsame Tempi sind auf dem historischen Instrument auch gar nicht möglich.

Doch nicht nur Bezuidenhout hat sein Projekt. Auch Antonini hat seines. Mit der Neunten schliesst er seinen Zyklus der Beethoven-Sinfonien ab. Gegenüber der Presse hat Antonini Beethovens Musik als «obsessiv» und «rauschhaft» beschrieben. «Sie ist Feuer und bewegt sich ausserhalb von dem, was es damals an Musik gab.»

Grosser Saal der Tonhalle Zürich, morgen Samstag, 19.30 Uhr. Wolfgang Amadeus Mozart: Keyboard Music, Harmonia Mundi