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Baumgartner gelingt Rekordsprung

ROSWELL. In die Stratosphäre und offenbar schneller als der Schall zurück: Der in Arbon wohnhafte österreichische Extremsportler Felix Baumgartner soll als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrochen haben.
Felix Baumgartner auf dem Flug in die Stratosphäre. (Bild: Stefan Aufschnaiter (AP))

Felix Baumgartner auf dem Flug in die Stratosphäre. (Bild: Stefan Aufschnaiter (AP))

Damit schreibt der 43-jährige Österreicher mit seinem Sprung am Sonntagmittag Ortszeit über der Wüste des US-Staates New Mexico Geschichte. Die Messung der Organisatoren des Projekts sollen in den nächsten Tagen offizielle Auswertungen bestätigen.


Fast alles lief bei dem Spektakel nach Plan: Sicher und sichtlich munter landetet der Sportler mit seinem Fallschirm in der Wüste und gab direkt ein erstes Interview.

Felix Baumgartner feiert zusammen mit dem technischen Direktor Art Thompson seinen Rekordsprung. (Bild: Keystone)
Daumen hoch: Felix Baumgartner hat den Sprung heil überstanden. (Bild: Keystone)
Familie und Freunde von Felix Baumgartner freuen sich über den Triumph. (Bild: Keystone)
Medienrummel kurz nach der Landung. (Bild: Keystone)
Der Countdown läuft: Felix Baugartner macht sich bereit für sein wagemutiges Vorhaben. (Bild: Keystone)
Dann tritt er aus der Ballonkapsel... (Bild: Keystone)
...und stürzt sich 39 Kilometer in die Tiefe. (Bild: Keystone)
Wo ist er bloss? Die Zuschauer und das Team blicken gebannt in den Himmel. (Bild: Keystone)
Der Schirm hat gehalten: Felix Baumgartner landet in der Wüste von New Mexico. (Bild: Keystone)
Der neue und der alte Rekordhalter: Felix Baumgartner (r.) und sein Mentor Joe Kittinger. (Bild: Keystone)
Eva Baumgartner, die Mutter von Felix, beobachtet, wie ihr Sohn in den Himmel steigt. (Bild: Red Bull)
Die Kapsel mit Felix Baumgartner an Board hebt am 14. Oktober ab. (Bild: Keystone)
Im Kontrollzentrum wird jede Bewegung der Kapsel und von Baumgartner registriert. (Bild: Keystone)
Felix Baumgartner auf dem Weg zur Kapsel. (Bild: Keystone)
Enttäuscht: Felix Baumgartner nach dem Abbruch seines Rekordversuchs. Starke Winde vereitelten am 9. Oktober die kühnen Pläne des 43-Jährigen. (Bild: Keystone)
Unverrichteter Dinge musste Felix Baumgartner die Ballonkapsel wieder verlassen. (Bild: Keystone)
Da sah noch alles gut aus: Felix Baumgartner steigt in die Kapsel, mit der er 36 Kilometer in die Höhe gebracht werden soll. (Bild: Keystone)
Ausgerüstet mit einem speziellen Druckanzug will Felix Baumgartner die Schallmauer durchbrechen. (Bild: Keystone)
Auf den Rekordsprung hat sich Baumgartner fünf Jahre vorbereitet, hier bei einem Test in der Ballonkapsel. (Bild: Keystone)
Felix Baumgartner (l.) und sein Mentor Joe Kittinger. Kittinger sprang 1960 aus einer Höhe von über 31 Kilometern aus einem Ballon. (Bild: Keystone)
Joe Kittinger ist aufgrund seines waghalsigen Manövers von 1960 noch immer Rekordhalter für den höchsten Sprung und den schnellsten freien Fall. (Bild: Keystone)
45 bis 60 Minuten dauert es, bis der Ballon mit Helium gefüllt ist. (Bild: Keystone)
167,64 Meter hoch ist der Ballon, wenn er abhebt. (Bild: Keystone)
Die Ballonkapsel soll Felix Baumgartner vor den Minustemperaturen im All schützen. Sie wiegt mehr als eine Tonne. (Bild: Keystone)
Der erste Test: Im März 2012 springt Felix Baumgartner aus 21,8 Kilometern Höhe und erreicht eine Geschwindigkeit von 586 km/h. (Bild: Keystone)
Beim zweiten Test im Juli trug der Ballon Felix Baumgartner in eine Höhe von fast 30 Kilometern. (Bild: Keystone)
26 Bilder

Der Sprung des furchtlosen Felix


Im freien Fall war er kurzzeitig ins Trudeln geraten, hatte sich dann aber selbst stabilisieren können. Ein riesiger Heliumballon hatte Baumgartner zuvor in einer Kapsel auf rund 39 Kilometer Höhe gezogen.


Zwei weitere Rekorde

Nach einer ersten Experteneinschätzung raste Baumgartner 15 Prozent schneller als der Schall in Richtung Erde. Zusätzlich stellte er zwei Rekorde auf: Den höchsten bemannten Ballonflug und den höchsten Fallschirmsprung.

Da er seinen Fallschirm zu früh zog, bleibt der Rekord des längsten freien Falls bei seinem Mentor Joe Kittinger. Der US-Amerikaner hatte ihn vor mehr als 50 Jahren aufgestellt und nun Baumgartner über Funk bei seiner Mission begleitet.


Auf rund 39 Kilometern Höhe verliess Baumgartner nach einem letzten Check seine Kapsel, trat auf eine Plattform, salutierte und stürzte sich nur von einem speziellen Druckanzug geschützt in die Tiefe. Nach gut 30 Sekunden freien Falls soll er Schallgeschwindigkeit erreicht haben. Dann bremste die dichter werdende Luft den minutenlangen freien Fall wieder ab.


Das Leben riskiert

Baumgartner riskierte sein Leben. Er musste in einem perfekten Winkel aus der Kapsel abspringen und hatte dabei nur sehr geringen Spielraum. Wenn er sich überschlagen hätte oder ins Trudeln gekommen wäre, hätten ihm schwerste Gesundheitsschäden wie Erblindung und sogar tödliche Verletzungen gedroht.


Er war geschützt durch einen Druckanzug, einen Helm und drei Fallschirme. Ärzte, Ingenieure und weitere Helfer aus Baumgartners Team hatten die Risiken fünf Jahre lang analysiert.


Baumgartners ursprünglich für vergangenen Montag geplanter Rekordversuch war zuvor mehrmals wegen zu starker Winde verschoben worden.


Im Vorfeld wurde immer wieder betont, dass man mit dem Projekt wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse für die Raumfahrt gewinnen wolle. Der Nutzen ist aber unter Experten umstritten.


Enorme Kosten - und enorme Werbewirkung

Die Kosten werden auf rund 50 Millionen Euro geschätzt, Sponsor Red Bull äussert sich dazu nicht offiziell. Die Werbewirkung des stundenlang in alle Welt übertragenen Spektakels wurde schon vor dem erneuten Versuch am Sonntag auf Hunderte Millionen Euro geschätzt.


Baumgartner absolvierte bereits mehrere spektakuläre Stürze. Unter anderem sprang er vom mehr als 500 Meter hohen Turm T 101 in Taipeh und von der Christusstatue in Rio de Janeiro. 2003 überquerte er den Ärmelkanal im Gleitflug mit Flügeln aus Karbonfasern. (sda)


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