BÄUME: Junge Föhren trotzen der Dürre

Föhren passen sich erstaunlich rasch an die Trockenheit an und sind im nächsten Jahr gegen die Dürre gewappnet, wie eine Studie der Forschungsanstalt WSL zeigt.

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Im Wallis gingen nach den Trockenjahren 2003, 2011 und 2016 zahlreiche Föhren ein. Mit der Klimaerwärmung dürften solche Trockenperioden im Sommer häufiger werden. Deshalb überlegen Waldbewirtschafterinnen und Förster, ob sie an Trockenheit gewöhnte Föhren aus dem Mittelmeerraum als Ersatzbäume anpflanzen sollten. Christoph Bachofen und seine Kollegen von der Forschungsanstalt WSL haben nun junge Wald- und Schwarzföhren aus verschiedenen Regionen von den Alpen bis zum Mittelmeer im Experiment verglichen. Die Bäumchen stammten beispielsweise aus Spanien, Österreich und der Schweiz. Zwei Sommer lang bekamen sie von Juni bis September kein Wasser.

Wie sich dabei herausstellte, passten sich die zweijährigen Föhren erstaunlich rasch an die künstliche Dürre an: Sie bildeten nach dem ersten Trockenjahr kürzere Nadeln, um ihre Verdunstung zu reduzieren. So überlebten sie auch den zweiten trockenen Sommer.

Im Experiment testeten die Wissenschafter ausserdem die Hypothese, dass junge Föhren aktiv einen Kohlenstoffvorrat anlegen, um während Trockenphasen nicht zu verhungern. Damit weniger Wasser durch Verdunstung verloren geht, schliessen sich bei Dürre nämlich die Spaltöffnungen an den Nadeln.

Die Resultate der Studie scheinen die Hypothese zu widerlegen: Obwohl die Wissenschafter den trockenheitsgestressten Föhren mehr CO2 mit der Luft zuführten, stockten sie ihre Stärkespeicher nicht auf. Auch war ihre Überlebenschance unabhängig von der Grösse des Vorrats. (sda)