Backen in Afrika

Zwei Bäcker aus dem Thurgau arbeiten eine Woche in Uganda. Ein Kulturschock. Zu sehen am Freitag auf SF 1 in der ersten Folge von Jobtausch.

Stefan Kleiser
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Binationales Gipfelibacken. (Bild: srf)

Binationales Gipfelibacken. (Bild: srf)

Es ist «die strengste Arbeitswoche ihres Lebens». Christa und Christian, eine Bäckerin und ein Bäcker aus dem thurgauischen Altishausen, werden in die ugandische Hauptstadt Kampala verfrachtet. Begleitet von einer TV-Crew, die aufzeichnet, wie sich die High-Tech-verwöhnten Getreideverarbeiter 5700 Kilometer entfernt schlagen. In einer Bäckerei, wo der Teig noch von Hand geknetet wird und die Hitze vom selbst entfachten Feuer stammt.

«Ich habe nicht geglaubt, dass er es irgendwann schafft, ein Feuer zu machen», sagt Margaret, Chefin von «Baker's World», über Christians Bemühungen: «Der hat ja so schwach geblasen wie eine Lady.» Es ist ein Kulturschock, den die Schweizer in Uganda erleiden: Auch beim Verkauf der Backware mit dem Velo, auf dem sie eine 80-Kilo-Kiste mitschleppen.

«Ein Kulturexperiment»

Gleichzeitig verdingen sich zwei Ugander in der Bäckerei in Altishausen, kämpfen mit der Kälte, den 800 Backprogrammen und der frühen Tagwache. William und Steven staunen: Sie werden schon um 00.30 Uhr geweckt!

Aus dem Filmmaterial ist die amüsante erste Folge von «Jobtausch» entstanden. Sie wird morgen Freitag um 21 Uhr auf SF1 ausgestrahlt. In weiteren Folgen sind Automechaniker, Köche, Wäschereimitarbeiter, Bademeister und Müllmänner beim Arbeitsplatztausch zu sehen. Sven Sarbach, Verantwortlicher Show und Event der Abteilung Unterhaltung des Schweizer Fernsehens, nennt das neue Format «ein Kulturexperiment». Man habe sich dem Thema Ausland einmal «formal anders» annähern wollen, sagt Sarbach, ohne reisende Reporter. So hat SF die Rechte von «Extreme Job Swap» erworben und das Format auf Schweizer Verhältnisse angepasst. Dabei wurde auf Blossstellung weitgehend verzichtet. Im Gegensatz etwa zu Kabel 1, wo «Stellungswechsel» die indischen Wäschereiarbeiter zum Ausliefern zu den Transvestiten ins Etablissement schickt.

Auf Asphalt zurück

Nach einer Woche und Ausflügen zur Safari und zum Eishockey werden die Thurgauer Bäcker dann erlöst. Schon der Transport zum Flughafen ist für die Schweizer ein Schritt zurück in die Normalität. Das Auto fährt auf einer asphaltierten Strasse. Auf dem Hinweg wurden die Helvetier noch über die grössten Schlaglöcher transferiert, mit Kommentar: «D Schwiizer wärdet in Afrika duregschüttlet.»

SF 1 Jobtausch Morgen Freitag, 21 Uhr