Babysprache mit dem Hund

Warum?

Bruno Knellwolf
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«Ja, wo ist denn mein Schnuggiputz?» Was spricht der mit dem grossen Hund, als wär’s ein Baby? Hundehalter ertappen sich selbst dabei – und Menschen, die mit den Vierbeinern wenig anzufangen wissen, wundern sich. Hundebesitzer nutzen unbewusst eine betontere, höhere Sprachmelodie, wenn sie mit ihrem felligen Liebling sprechen. Forscher der «City University of New York» wissen warum und haben die Erklärung in den «Proceedings B of the Royal Society» eingetragen.

Bei süssen Welpen versteht man, dass ein Mensch in Babysprache kommuniziert. Weniger einleuchtend ist das beim ausgewachsenen Rottweiler. Deshalb vermuten die Forscher, dass die Benutzung der Babysprache nicht mit dem Kindchenschema, also einer Reaktion auf ein herziges Babygesicht, zu tun hat. In die piepsige und betontere Tonlage wechselt der Mensch, weil er weiss, dass das Gegenüber seine Sprache schlecht versteht, geschweige denn spricht. Die Forscher vermuten einen menschlichen Impuls, weil Tiere mehr auf Intonation und Rhythmus des Gesprochenen und weniger auf den Inhalt reagieren.

Hunde allerdings sind schon seit 40000 Jahren ein enger Begleiter des Menschen. Ältere Hunde lassen sich deshalb von der Babysprache des Frauchens kaum beeinflussen. Vergebene Liebesmüh also.

Bruno Knellwolf