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Babyklappe für Pflanzen

Deutsche Umweltaktivisten setzen sich für die Rechte der Pflanzen ein. Mit der ersten Pflanzenklappe der Welt reisen sie umher.
Kathrin Reimann
Zimmerpflanze «Ilsedore». (Bilder: pd)

Zimmerpflanze «Ilsedore». (Bilder: pd)

Die Zimmerpflanze Ilsedore ist zur Adoption ausgeschrieben. In ihrem Steckbrief erfährt man, dass sie aus dem – inzwischen abgerissenen – Technischen Rathaus in Frankfurt gerettet wurde und nun im Giesskannen-Museum in Giessen auf neue Eltern wartet. Glücklicher schätzen kann sich Luke. Der nach Luke Skywalker benannte, drei Meter hohe Säulenkaktus war in einer Pflanzenklappe abgegeben worden, lebte zwischenzeitlich ebenfalls im Giesskannen-Museum und wurde schliesslich dort von einem neuen Kakteen-Liebhaber ab- und nach Hause geholt. Zu sehen sind diese Angebote auf der Seite botanoadopt.org. Hinter der Aktion und der Klappe stecken die Künstler Haike Rausch und Torsten Grosch. Mit der ersten mobilen Pflanzenklappe reisen sie durch Deutschland und ermöglichen das anonyme Abgeben von Pflanzen – ganz wie bei den Babies.

Mehr als nur Dekoration

Bereits seit 2009 kümmern sich die Frankfurter um vernachlässigte Pflanzen. «Viele benutzen sie als Dekoration, die dann irgendwann ausgetauscht und fortgeschmissen wird», sagt Rausch. Mit dem Projekt wollen die Künstler und Aktivisten auf die vielen misshandelten Pflanzen aufmerksam machen und deren Situation verbessern. Denn für sie ist klar; Pflanzen sind sensible Lebewesen und gehören so behandelt. «Wir retten und evakuieren Pflanzen, ermöglichen durch die Klappen Rettung, und auf unserer Homepage kann jeder seine Pflanze zur Adoption freigeben oder eine beantragen.» Diese ist nämlich an Regeln geknüpft; die potenziellen Eltern müssen vertraglich versichern, dass sie die Pflanze nicht als Eigentum, sondern als Familienmitglied oder Freund aufnehmen. «Ausserdem verlangen wir, dass uns in regelmässigen Abständen ein Foto zugesandt wird.»

Adoptionen auch ins Ausland

Mit ihrer weltweit ersten Pflanzenklappe – sie kommt optisch einem Backofen nahe – reisen Haike Rausch und Torsten Grosch in Deutschland umher. Etwa viermal pro Jahr gastieren sie mit dem mobilen Angebot für zwei bis drei Wochen an verschiedenen Orten.

Die Pflanzen, die in der Klappe landen, werden dann aufgepäppelt und mit Foto und Biographie ins Internet gestellt. «Drei bis vier Pflanzen vermitteln wir so pro Woche», so Rausch. Und das nicht nur in Deutschland – pflanzliche Adoptivkinder haben auch schon ein neues Zuhause in Frankreich, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien und Spanien gefunden.

www.botanoadopt.org

Säulenkaktus «Luke».

Säulenkaktus «Luke».

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