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AUSSTELLUNG: Maler in Zeiten des Umbruchs

Die Wessenberg-Galerie Konstanz erinnert mit einer umfangreichen Werkschau an den Maler Ernst Würtenberger. Das Hesse-Museum zeigt gleichzeitig Würtenbergs literarische Beziehungen.

Ernst Würtenberger (1868–1934) war eng mit der Bodenseeregion verbunden, beziehungsweise mit dem Raum, den er als «alemannisch» empfand.

Seine Lebensdaten liefern dabei genug Anhaltspunkte dafür, wie viel Umbruch in Europa war. Politisch reicht die Zeitspanne von der Reichsgründung bis zum Ermächtigungsgesetz, während die Kunst sich gleichzeitig neue Wege bahnte: In der Malerei kam der Impressionismus «ans Licht», dann lösten sich Formen auf und Farben verselbstständigten sich.

Der alemannische Raum wurde bis zum Ersten Weltkrieg kaum als Grenzraum erfahren. Was es bedeutete, zu dieser Zeit als Maler tätig zu sein, dafür ist Ernst Würtenberger ein gutes Studienobjekt. Zu sehen sind seine Arbeiten – ganz überwiegend Porträts – in der Städtischen Wessenberg-Galerie Konstanz, die einige Dutzend Werke Würtenbergers in ihrem Besitz hat. Die Ausstellung konnte jedoch nur realisiert werden, weil viele Leihgaben zur Verfügung gestellt wurde, die Mehrzahl aus der Familie Ernst Würtenbergers.

Weitere Archivarien wie Korrespondenzen wurden ebenfalls gesichtet, so dass parallel zur Werkausstellung in der Wessenberg-Galerie in einer weiteren Ausstellung im Hesse-Museum Gaienhofen die Beziehungen Würtenbergers zur literarischen Szene der Zeit herausgestellt werden konnten. Neben diesen beiden Ausstellungen haben die beiden Kuratorinnen Barbara Stark (Wessenberg-Galerie) und Ute Hübner (Hesse Museum) die erste Monografie zu Ernst Würtenberger erarbeitet, die beiden Ausstellungen als Katalog dient, jedoch weit darüber hinaus zielt.

Bereits als Kind ein künstlerisches Talent

1868 in Steisslingen geboren, wuchs Ernst Würtenberger im schweizerischen Emmishofen auf, das heute zu Kreuzlingen gehört, wo sein Vater eine Ziegelei betrieb. In der Familie wurde das künstlerische Talent der Kinder gefördert, und Ernst fiel früh als begabter Porträtist auf – was ihm zeitlebens Schwerpunkt in der Malerei bleiben sollte. Nach dem Schulabschluss studierte er an den Kunstakademien München und Karlsruhe, kehrte dann aber nach Konstanz zurück, wo er als freischaffender Maler tätig wurde. Aus dieser Zeit stammt ein Porträt Ludwig Leiners, das in der Ausstellung prominent am Anfang steht. 1902 heiratete Ernst Würtenberger Karolina Schönenberger und siedelte nach Zürich um, wo er an der Kunst- und Gewerbeschule für Damen unterrichtete und damit ein festes Einkommen erzielte. Auch in der Schweiz wurde Würtenberger, der in der Zürcher Kunstgesellschaft mitarbeitete und Mitglied der Sammlungs- und Ausstellungskommission war, schnell zum gefragten Porträtisten.

1908 war er zudem beteiligt an einer Ausstellung französischer Impressionisten, 1909 rückte er Félix Valloton ins Bewusstsein, setzte sich dann auch für Ferdinand Hodler und den Bau des Zürcher Kunsthauses ein. Freundschaften mit den Malern Cuno Amiet, Max Buri, Ferdinand Hodler, Sigismund Righini, Ernst Georg Rüegg und Hans Sturzenegger prägten sein Leben darüber hinaus.

Brigitte Elsner-Heller

ostschweizkultur@tagblatt.ch

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