Aussehen wie unter dem Discoblitz

Die Kosmetikindustrie ist meisterhaft im Erfinden neuer Wortkreationen. Nicht nur für Nagellacke und Lippenstifte denken Firmen sich Namen aus wie «My Gecko does Tricks» (Mein Gecko macht Tricks) oder «Suzi Shops and Island Hops» (Suzi kauft ein und hüpft von Insel zu Insel).

Diana Bula
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Die Kosmetikindustrie ist meisterhaft im Erfinden neuer Wortkreationen. Nicht nur für Nagellacke und Lippenstifte denken Firmen sich Namen aus wie «My Gecko does Tricks» (Mein Gecko macht Tricks) oder «Suzi Shops and Island Hops» (Suzi kauft ein und hüpft von Insel zu Insel). Die Branche benamst zudem jedes Phänomen, und zwar ehe feststeht, ob es die Frauen entzücken wird.

Soeben ist das wieder passiert. Nach Contouring (bei dem man das Gesicht je nach Form an bestimmten Stellen mal mit dunklem, mal mit hellem Rouge modellierte) ist nun Strobing angesagt. Strobing funktioniert ohne Rouge, dafür ist (natürlich) anderes Zubehör nötig. Sogenannte Strobe Creams oder ein Highlighter. Eine Paste also, die Licht ins Gesicht bringt statt Schatten (wie das Wangenpuder). Seinen Namen hat das Strobing vom Stroboskop, dem Blitzgerät, das in Discos einst das Antlitz der Tanzenden ausleuchtete. Es blitzte sogar die Augenringe weg. Die neue Schminktechnik soll uns denn auch frisch aussehen lassen, einen gesunden Glow verleihen. Nur wollen wir diesen Glanz nicht überall. Nach Sommer aussehen ist gut, nach einer Überdosis Sonnenlotion nicht.

Ganz einfach gelinge Strobing, versichern Experten: das Gesicht grundieren, mit den Fingern Highlighter auftupfen und verwischen – auf den Wangenknochen, dem Nasenrücken, zwischen den Lippenbogen, im Augeninnenwinkel, auf dem Kinn, unterhalb der Brauen. Und bald wird auch das neue Wort geläufig sein. So geht das.