Ausgang für emanzipierte Gürtel

Für das Trendstück der Saison braucht es keine Hose, obwohl das Accessoire eben dafür erschaffen worden ist: um einen allzu lockeren Bund auf der Hüfte festzumachen. Doch nun hat sich der Gürtel von der Hose emanzipiert und neue Begleiter gefunden.

Diana Bula
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Für das Trendstück der Saison braucht es keine Hose, obwohl das Accessoire eben dafür erschaffen worden ist: um einen allzu lockeren Bund auf der Hüfte festzumachen. Doch nun hat sich der Gürtel von der Hose emanzipiert und neue Begleiter gefunden. Er schmiegt sich an Blazer, Kleider, Westen, Strickjacken. Modische tragen ihn auch über langen Mänteln.

Beginnen wir bei diesen. Zurzeit geizen die Designer nicht mit Stoff. Die Mäntel sind übergross geschnitten – und hängen meist schon mit Gurt im Laden. Bloggerinnen (wie Leandra Medine) und andere Fashionistas begnügen sich nicht damit. Denn der Gürtel des Momentes ist nicht aus Mantelstoff, sondern aus cognacbraunem Leder. Man schnürt ihn oberhalb der Taille. Das nimmt dem übergrossen Mantel die Fülle, betont die schmale Körperstelle. Angeblich soll dieser Kunstgriff die Beine optisch verlängern. Das gilt auch, wenn der Gürtel statt Mantel Blazer und Co. bändigt.

Noch einen Kunstgriff wenden die Leandra Medines dieser Welt an. Gürtel haben zwar meist Schnallen, die sind jedoch ebenso unnötig wie die vermeintlich dazugehörenden Hosen: Das Lederband wird locker geknotet. Neu muss der Gurt nicht sein, auch ein Vintage-Modell macht sich gut. Einzige Bedingung: Die Länge sollte grosszügig berechnet sein, sonst fällt das Knoten (besonders nach einem üppigen Essen) schwer. Und man verursacht ein gar arges Gewurstel. Das bekommt der Taille dann doch nicht.