Auf ein Stück Lamm mit Angela Merkel

Munterkeit ist des Dirigenten Simon Rattle Markenzeichen, auch wenn er Interviews gibt wie gerade wieder dem «Spiegel».

Rolf App
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Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Rolf App)

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Munterkeit ist des Dirigenten Simon Rattle Markenzeichen, auch wenn er Interviews gibt wie gerade wieder dem «Spiegel». Da erfährt der erstaunte Leser etwa, dass der Mann, der mit seinen Berliner Philharmonikern souverän in riesigen Klangwogen badet, sich im wirklichen Leben kaum ins Wasser traut. Obwohl er nah am Schlachtensee wohnt. Er sei ein ganz schlechter Schwimmer, sagt Rattle. Und: «Sorry, mir fehlt der Mut. Die Hälfte meines Abopublikums wohnt nämlich in der Nähe und könnte mich beobachten.»

Sehr gut beobachtet worden ist der sportlich und elegant wirkende Maestro, als er beim Ball der Wiener Philharmoniker dirigiert hat. Zu dieser Aufgabe gehört, dass man den ersten Wiener Walzer tanzt. Doch der nach eigenem Bekunden «schreckliche Tänzer» hat Glück. Die Witwe des legendären Herbert von Karajan ist seine Partnerin. Rasch stellt Eliette von Karajan fest: «Heute abend muss ich wohl die Führung übernehmen.» Und sagt am Ende «etwas sehr Bezauberndes» zu ihm: «Simon, Sie sind fast ein so schlechter Tänzer wie Herbert einer war.»

Aber kochen kann Simon Rattle. Als die Bundeskanzlerin samt Ehemann zum Essen kommt, schiebt er ein Lamm mit Auberginen in den Ofen. Die Kinder freuen sich, als ihnen «The Chancellor» angekündigt wird. erwarten dann aber den Falschen: Den obersten Bösewicht aus den «Star Wars»-Filmen nämlich. Trotzdem finden sie die Kanzlerin am Ende nett, und meinen, die zwei könne Rattle wieder einmal einladen.

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