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Auch beim Wein gilt: Totgesagte leben länger

Im Reigen der gängigen Apéro-Weine von Chasselas über Grünen Veltliner bis Sauvignon blanc tanzt der Arneis selten mit. Das ist kein Wunder, hat mit Qualität oder Beliebtheit aber nichts zu tun. Sondern mit der Verfügbarkeit.
Beda Hanimann

Im Reigen der gängigen Apéro-Weine von Chasselas über Grünen Veltliner bis Sauvignon blanc tanzt der Arneis selten mit. Das ist kein Wunder, hat mit Qualität oder Beliebtheit aber nichts zu tun. Sondern mit der Verfügbarkeit. Die Sorte wird – von kleinen Parzellen in Argentinien, Australien und den USA abgesehen – nur gerade in der italienischen Topweinregion Piemont angebaut, wo sie schon im 15. Jahrhundert heimisch war.

Verschnittwein zum Nebbiolo

Und dass es sie überhaupt noch gibt, ist keine Selbstverständlichkeit. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts galt der Arneis praktisch als ausgestorben. Verwendung hatte er traditionell vor allem gefunden als Verschnittwein, der die intensiven Nebbiolo-Rotweine der Region mildern half. In den 1970er-Jahren kelterten im Piemont gerade noch zwei Winzer Arneis. Gegen Ende des Jahrhunderts lag die Anbaufläche noch bei bescheidenen 55 Hektaren; im Lauf von zehn Jahren jedoch nahm sie um das Zehnfache zu. Als Begründung für die Renaissance gilt die steigende Nachfrage von Barolo- und Barbaresco-Liebhabern, die nach einem Weisswein aus derselben Region verlangten. Man darf also sagen: Der Erfolg des Barolo kam auch dem verschupften Weisswein zugute (der gelegentlich auch Barolo bianco genannt wird).

Spät und ertragsarm

Die schönsten Ergebnisse zeigt der Arneis allerdings nicht im Stammgebiet der berühmten Roten, sondern weiter nördlich zwischen Alba und Canale in der Region Roero. Als Roero Arneis hat er seit 2004 den DOCG-Status, ist also ein Wein mit kontrollierter und garantierter Herkunftsbezeichnung.

Der Arneis hat seine Tücken, was sich auch im Namen äussert, der im lokalen Dialekt «der Spitzbube» oder «die kleine Schwierige» bedeuten soll. Die Sorte ist ertragsarm und reift sehr spät. Doch die Mühe lohnt sich, wie der Lagenwein Serra Lupini des Weinguts Angelo Negro in Sant'Anna, rund 40 Kilometer nordwestlich von Alba, beweist. Der Arneis gehört zum Flaggschiff des Gutes, dessen Geschichte bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht.

Preislich attraktiv

Der Negro Serra Lupini 2014 ist von hellem Gelb und zeigt in der Nase ein fruchtiges, aromatisches Bouquet. Am Gaumen ist er voll, rund, aromatisch und von überraschender Würzigkeit. Ein schöner und sortentypischer Bitterton unterstützt die Kraft. Attraktiv ist der Serra Lupini auch preislich: Im Rahmen der Frühlingsdegustation «Tour des vins 2016» kostet er beim St. Galler Weinhaus Martel Fr. 12.60 (Standardpreis Fr. 14.–). Reichlich Argumente also zuzugreifen – und gleich zu geniessen. Der Arneis gilt als Wein, der jung getrunken am meisten Freude macht.

Negro Serra Lupini 2014, Roero Arneis DOCG, 13 Vol %, Fr. 12.60 Tour des vins 2016 im Martel-Lager in St. Gallen-Ost, Freitag, 11. März, 15–20 Uhr, und Samstag, 12. März, 12–17 Uhr www.martel.ch

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