ARCHÄOLOGIE: Wertvolle keltische Gräber entdeckt

In Sitten sind bei Bauarbeiten Gräber aus dem 1. Jahrtausend vor Christus entdeckt worden. Funde weisen auf hohen sozialen Status der Bestatteten hin.

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Aussergewöhnlich wertvolle Beigaben wie Bronzeschmuck befinden sich in den Gräbern. (Bild: Kanton Wallis)

Aussergewöhnlich wertvolle Beigaben wie Bronzeschmuck befinden sich in den Gräbern. (Bild: Kanton Wallis)

Auf der Fundstelle Don Bosco wurden seit der Entdeckung im Jahr 1999 mehrere Ausgrabungen durchgeführt, wie der Kanton Wallis gestern mitteilte. Sie zeigten, dass sich die keltische Nekropole auf einer Fläche von mehr als 10 000 Quadratmetern erstreckte. Das Projekt für den Bau einer Tiefgarage ermöglichte ab September 2016 neue Grabungen. Diese sollen bis im Herbst dauern. Bisher fanden die Archäologen über 30 Gräber eines Friedhofs aus der Zeit zwischen dem Ende der Bronzezeit und der späten Eisenzeit (850 bis 400 v. Chr.).

Junges Mädchen mit goldener Halskette

Nach Angaben der Walliser Behörde besteht die Nekropole aus Grabbauten, die «Tumuli» genannt werden. Dabei handelt es sich um grosse Steinkreise, die von vertikal aufgestellten Steinplatten begrenzt werden. Darunter befinden sich die Gräber.

Drei der gefundenen Gräber zeichnen sich durch aussergewöhnlich wertvolle Beigaben aus. Dabei handelt es sich um die letzten Ruhestätten eines Kriegers, einer Frau und eines jungen Mädchens. Der erwachsene Mann wurde mit einem Bronzeschwert mit Elfenbeinknauf und Schmuck – darunter ein Rassiermesser –beigesetzt. Die Frau trug Bronzeschmuck wie vier Halsreifen, ein Gürtel, zwei Kleidernadeln, zwei Oberarmreifen und einen Fussreif. Das Mädchen wurde mit einer Halskette aus fein verzierten, goldenen Scheiben und mit zwei Armreifenpaaren bestattet.Die Ausgrabungen erlaubten es den Archäologen, wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Bestattungssitten, den damaligen Handelsverbindungen und deren Einfluss auf die Lebensweise der damaligen Walliser Bevölkerung zu erlangen, hiess es weiter. (sda)