«Appenzellerhof», Speicher: biologisch-gemütlich

Vor bald drei Jahren haben Herbert und Laure Sidler das Hotel Appenzellerhof in Speicher der nächsten Generation übergeben. Viel hat sich nicht verändert, was in diesem Fall positiv gewertet werden kann.

Rolf App
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"Zu Tisch" Picto (Bild: Rolf App)

"Zu Tisch" Picto (Bild: Rolf App)

Vor bald drei Jahren haben Herbert und Laure Sidler das Hotel Appenzellerhof in Speicher der nächsten Generation übergeben. Viel hat sich nicht verändert, was in diesem Fall positiv gewertet werden kann. Kaum taucht Sandra Sidler auf, nachdem sie ihre zwei Kinder zu Bett gebracht hat, verbreitet sie in der Gaststube eine ausgesprochen gemütliche und familiäre Atmosphäre. Ihr mitteilsames, freundliches Wesen macht wieder einmal deutlich, wie wichtig nicht nur die Köche, sondern auch die Wirtinnen sind.

Ehemals ein Kurhaus

In der Küche steht derweil Arnaud, ihr Mann, und auch er setzt fort, was die Eltern in diesem Haus begonnen haben, das früher ein naturärztliches Kurhaus war. Das bedeutet: Der «Appenzellerhof» setzt stark auf biologische, saisonale und regionale Produkte. Eine lange Liste erläutert, wer den Sidlers die Lebensmittel liefert. Alles sei bio, versichert die Speisekarte.

Woher das Fleisch kommt

Und sie teilt mit: «Neu haben wir auch immer wieder Produkte von Pro Specie Rara auf unserer Karte.» Pro Specie Rara fördert den Anbau und die Zucht von seltenen Pflanzensorten und Tierrassen – und liefert beispielsweise den Wollschweinspeckmantel zum Rindsfilet (45.– die kleine, 48.– die normale Portion).

Eine weitere Spezialität stellt Kabier dar. Sepp und Magdalena Dähler züchten im ausserrhodischen Stein mit den Brauereiabfällen der Brauerei Locher ihre Kabier-Rinder, die eine Kreuzung darstellen aus Braunvieh mütterlicherseits und Limousin, Angus oder Charolais väterlicherseits. Täglich werden die Kälber und Rinder massiert. Und landen am Ende dann als Ragout an einer Paprikarahmsauce (42.–) im «Appenzellerhof» auf dem Tisch. Kabier würde uns zwar auch interessieren, ebenso das viergängige Überraschungsmenu (69.–).

Der Herbst lockt

Aber am Ende obsiegt die Herbststimmung in Gestalt des Wildmenus (59.–). Dazu bestellen wir die Weinbegleitung (zu 19.50) – und bekommen drei verschiedene Gläser Wein, die zu den jeweiligen Gängen passen.

Die Wildterrine mit Cumberland-Sauce und Salatbouquet eröffnet den gemütlichen Abend, dann macht die kräftige Kürbiscrèmesuppe Appetit auf den Hauptgang – ein sehr zartes Rehschnitzel an Cognacrahmsauce mit Spätzli, Rotkraut und Marroni.

Unser Eindruck: Wer einen schönen Abend verbringen will, der ist im «Appenzellerhof» bestens aufgehoben. Die Karte ist überblickbar klein. Und: Sorgfalt beeindruckt, mit der Lebensmittel ausgewiesen werden.

Appenzellerhof, Speicher Hauptstr.6, 9042 Speicher, Tel. 071 343 71 10, www.appenzellerhof.ch Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag ab 18 Uhr Karte: Hauptgänge 29.– bis 48.–

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