An Eiern und Speck stirbt keiner

Udo Jürgens durfte den Wintereinbruch nicht mehr miterleben. Kurz vor Weihnachten stand in Gottlieben sein Herz still. Das konnte dem «Blick» nicht nahe genug gehen.

Lukas G. Dumelin
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Udo Jürgens durfte den Wintereinbruch nicht mehr miterleben. Kurz vor Weihnachten stand in Gottlieben sein Herz still. Das konnte dem «Blick» nicht nahe genug gehen. Die Zeitung zeigte den Tisch im «Ochsen», wo der Sänger am Morgen noch Rührei mit Speck gegessen hatte («Hier nahm Udo Jürgens seine letzte Mahlzeit ein»), bald darauf wurde ein Kardiologe gefragt: Wie gefährlich ist Rührei mit Speck?

Auf Gefahren hinweisen – das ist Teil des Geschäftsmodells der Kantonspolizei Thurgau. Jüngst büsste sie Autofahrer, die mit vereisten oder schneebedeckten Scheiben unterwegs waren. Und teilte daraufhin mit, dass sie vom «Guckloch»-Fahren (so nennt man das Vergehen im Fachjargon) dringend abrate. Denn wer wenig sieht, gefährdet sich und andere. Selbstverständlich auch dann, wenn im zugeschneiten Auto Udo Jürgens' «Zeig mir den Platz an der Sonne» aus den Boxen schallen sollte.

«Meine Geliebten», sagte der Star übrigens einmal, «waren alle zufrieden mit mir – meine Ehefrauen nicht.» Und ein anderes Mal: «Die grosse Chance des Älterwerdens ist die, dass es einem wurscht sein kann, was die Leute sagen.» Wobei einige Leute, also ein Kardiologe und Kantonspolizisten, eine wichtige Erkenntnis liefern: «Guckloch»-Fahren ist gefährlicher als deftiges Frühstück. Der Kardiologe gibt nämlich Entwarnung – so sachlich, dass das Herz schmerzt: «Udo Jürgens ist nicht wegen der Eier und des Specks gestorben. Er war 80, das gibt es einfach.»