Am Rande des Wahnsinns

Paparazza

Odilia Hiller
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Zwei Wochen nach Donald Trumps Amtsantritt und gefühlten 300 – aus der Hüfte geschossenen – Dekreten später erwacht das amerikanische Showbusiness aus der Schockstarre. «Saturday Night Live», die NBC-Comedy-Show, hat am Wochenende zum satirischen Gegenschlag ausgeholt. Und der sitzt. Will man dem Magazin «Politico», einer gewichtigen Stimme Washingtons, glauben, war die Mannschaft im Weissen Haus geradezu erschüttert von Melissa McCarthys Parodie von Trumps Pressesprecher Sean Spicer. Der bietet mit seinen feindseligen Auftritten im Press Room Rohmaterial vom Feinsten. McCarthy, die nach Jennifer Lawrence und Scarlett Johansson am besten bezahlte Hollywood-Schauspielerin, hatte schon immer ein Faible für Charaktere am Rande des Wahnsinns. Kaugummikauend, keifend und um keine pseudo-logische Pirouette verlegen, wenn es darum geht, kritische Fragen ungeliebter Journalisten im Keim zu ersticken, läuft die Schauspielerin zu Hochform auf. Dem Vernehmen nach war die Übertreibung von Spicers Gebaren aber bei weitem nicht das Schlimmste: Am härtesten habe das selbstverliebte Trump-Lager getroffen, dass Spicer von einer Frau veräppelt wurde.

Odilia Hiller

odilia.hiller@tagblatt.ch