Alles erledigt. Also nichts.

Es gibt diesen wunderbaren Film von Daniel Schmid, in dem Bernard Giraudeau nur Augen für Lauren Hutton hat und seine Arbeit als junger Botschaftsangestellter in Nordafrika vernachlässigt.

Beda Hanimann
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Bild: Beda Hanimann

Bild: Beda Hanimann

Es gibt diesen wunderbaren Film von Daniel Schmid, in dem Bernard Giraudeau nur Augen für Lauren Hutton hat und seine Arbeit als junger Botschaftsangestellter in Nordafrika vernachlässigt. Als er doch wieder einmal im Büro auftaucht, sagt sein Vorgesetzter lapidar: «Es gab nichts zu tun, und ich habe es für Sie erledigt.»

Die legendäre Szene hatte ich wieder vor Augen, in den letzten Tagen, denn es gab im Garten seit dem Neujahrsschnee nichts zu tun. Und ich habe es bravourös erledigt. Das heisst: Etwas war da, nur gilt das gemeinhin nicht als Gartenarbeit, auch wenn der Schauplatz unzweifelhaft ist. Irgendwann war ich es leid, nur auf Umwegen zur Haustüre zu gelangen, weil der Schnee die hundert Treppenstufen unpassierbar machte, welche den direkten Zugang zum Haus von der Stadt her durch den Garten erschliessen. Also packte ich eines schönen Samstagnachmittags die Schaufel und ein Werkzeug, dessen Name mir nicht geläufig ist, das aber beste Dienste leistete beim Absplittern von Eisfeldern. Eine schöne Arbeit, hat Spass gemacht, und am Abend hüpfte ich in einem Gefühl neuer Freiheit auf direktem Weg in die Stadt zum Bier.

Die Freiheit, es ist leicht zu erraten, war von kurzer Dauer. Am Sonntag abend lag die Treppe wieder tief verschneit und unberührt, als wäre da seit Menschengedenken nie jemand vorbeigegangen. Nur die Katzenspuren belegten, dass sich da auch im Winter Leben regt. Ein paar Tage später waren die Spuren menschenfussgross. Erfolglose Einbrecher? Immobilienhändler, die klammheimlich das Haus inspizierten? Man will mich doch hoffentlich nicht aus dem Paradies vertreiben!

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