Alkohol stört den Schlaf

Ein kleines Schlückchen Alkohol vor dem Zubettgehen, schon schläft man den Schlaf der Gerechten. Doch stimmt das auch?

Daniela Albat
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Alkohol: Nichts zum Schlafen. (Bild: fotolia)

Alkohol: Nichts zum Schlafen. (Bild: fotolia)

Dass sich Alkohol als Schlafmittel eignet, ist ein weit verbreiteter Mythos – und tatsächlich entbehrt er nicht jeglicher Grundlage. So scheint Alkohol zu entspannen, was sich auch mit Hilfe der Elektroenzephalographie (EEG) messen lässt. Sie macht die Hirnstromaktivität eines schlafenden Menschen sichtbar: Das Signal enthält nach einem Schlummertrunk vermehrt Wellen, die Neurowissenschafter mit dem sogenannten Slow Wave Sleep assoziieren – die Schlafphase mit der höchsten Weckschwelle, umgangssprachlich auch oft Tiefschlaf genannt.

Grosse Unterschiede

Ein australisches Team um Julia Chan von der Universität Melbourne hat nun jedoch gezeigt, dass Alkohol gleichzeitig auch zum Anstieg eines Signals führt, welches auf Schlafstörungen hinweist.

Für ihre Untersuchung haben die Forscher den Schlaf von 24 gesunden College-Studenten analysiert, die alkoholische Getränke im Alltag nur in Massen geniessen. Welchen Effekt hat Alkoholkonsum unmittelbar vor dem Zubettgehen auf das EEG dieser Testpersonen? Die Ergebnisse zeigen: einen deutlichen. Julia Chan und ihre Kollegen fanden grosse Unterschiede im EEG-Spektrum, je nachdem, ob Alkohol im Spiel gewesen war oder nicht.

Man fühlt sich nicht erholt

Unter Alkohol zeigte sich simultan ein erhöhter Alpha-Wellen-Strom im frontalen Bereich des Gehirns. Das bedeutet, dass sich dieser Teil des Gehirns keineswegs in einem Tiefschlafmodus befand. Experten assoziieren Alpha-Wellen mit entspannter Wachheit oder dem Stadium zwischen Schlafen und Wachen.

Das bedeutet: Die Erregtheit in einem Teil des Gehirns steht in Konkurrenz zur Erhaltung des erholsamen Schlafs. Das kann dazu führen, dass es später zu Unruhezuständen kommt. Und: Man fühlt sich am nächsten Tag nicht erholt.