Akuter Durchfall führt zu vielen Erwerbsausfällen

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Gesundheit Magen-Darm-Erkrankungen führen hierzulande zu beträchtlichen Erwerbsausfällen und verursachen hohe volkswirtschaftliche Kosten. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Instituts (Swiss TPH) und des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Jedes Jahr suchen 175 000 Menschen hierzulande hausärztliche Hilfe wegen einer akuten Durchfall­erkrankung auf. In neun von zehn Fällen fehlen sie danach bei der Arbeit. Das ist das Resultat einer gemeinsamen Forschungsarbeit des Swiss TPH und des BAG, die in der Fachzeitschrift «Infection» veröffentlicht wurde.

Das Forscherteam wertete die Daten des Sentinella-Meldesystems für das Jahr 2014 aus. Es sei erstaunlich, dass bei akutem Durchfall so wenig Prävention betrieben werde, wird die Erst­autorin Claudia Schmutz in einer Mitteilung vom Freitag zitiert. Die Studie zeige, dass Durchfall zu etwa gleich vielen Arztkonsultationen führe wie die Grippe während der Grippesaison. In vielen Fällen ist laut der Studie unklar, welche Erreger die akute Erkrankung verursachen. Denn nur bei rund zehn Prozent der Personen veranlassten Haus­ärzte eine Stuhluntersuchung. Als häufigster Erreger wurden die Campylobacter-Bakterien diagnostiziert.

Am meisten Magen-Darm-Erkrankungen im Frühjahr

Für die Kranken sei es zwar oft unwichtig, ob virale oder bakterielle Keime die Erkrankung hervorgerufen hätten. Laut Claudia Schmutz ist diese Information aber für den Aufbau von natio­nalen Präventionsmassnahmen ­unerlässlich. Ein weiterer Befund überraschte die Forscher: Die meisten Arztkonsultationen aufgrund von Magen-Darm-Erkrankungen kämen im Januar und ­Februar vor. Die Studienautoren hätten eher eine Zunahme während der Grillsaison im Sommer erwartet. (sda)