"Aktion Arschloch": Mit einem Lied gegen Fremdenhass

"Oh-ho-hoooo, Arschloch!": Mit dieser Message will ein Musiklehrer aus Deutschland ein Zeichen gegen die grassierende Fremdenfeindlichkeit setzen. Und erreichte, dass ein Ärzte-Song aus dem Jahr 1993 auf Platz eins der deutschen Download-Charts landete.

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Die Charts vom 4. September 2015. (Bild: Screenshot/oljo.de)

Die Charts vom 4. September 2015. (Bild: Screenshot/oljo.de)

Angesichts der Flüchtlingskrise hat der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck das Land in zwei Teile geteilt. In das "helle Deutschland" und in "Dunkeldeutschland". Ersteres hat mit der "Aktion Arschloch" ein weiteres Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt und den Ärzte-Song "Schrei nach Liebe" aus dem Jahr 1993 auf Platz eins der deutschen Charts gehievt. Getreu dem Motto des Refrain-Endes des Songs: "Oh-ho-hoooo, Arschloch!" Das Stück, das sich auf die rassistischen Anschläge in den frühen 1990er-Jahren bezieht und als Anti-Nazi-Song gilt, liegt bei iTunes vor Sido, Robin Schulz oder Justin Bieber.

Mehr als 40'000 Likes
Zu verdanken hat die Band ihren aufgewärmten Erfolg einem Musiklehrer aus Niedersachsen. Um auf die grassierende Fremdenfeindlichkeit in Deutschland aufmerksam zu machen, hat er vergangenen Sonntag

Die Charts vom 4. September 2015. (Bild: Screenshot/oljo.de)

Die Charts vom 4. September 2015. (Bild: Screenshot/oljo.de)

eine Online-Kampagne ins Leben gerufen, die "Aktion Arschloch". Diese ruft dazu auf, den Ärzte-Song wieder in die Charts zu bringen. Das gelang schneller als gedacht. Die Facebook-Seite hat mittlerweile über 40'000 Likes.

Schlechte Unterhaltung für alle Nazis
Das bewegte die Ärzte-Musiker Farin Urlaub, Bela B. und Rodrigo González zu einem Statement. Auf ihrer Homepage schreiben sie: "Die Ärzte finden es gut und wichtig, dass im Radio Stellung bezogen wird. Die Aktion wäre auch mit jedem anderen Anti-Nazi-Song cool gewesen. Wenn es unser Lied sein soll, unterstützen wir das aber natürlich gern. Wir wollen an dieser Sache definitiv nichts verdienen und werden alle Einnahmen von "Schrei nach Liebe" (auch aus der Gema) an Pro Asyl spenden. Wir wünschen allen Nazis und ihren Sympathisanten schlechte Unterhaltung. Bela, Farin, Rod". (jmw)