Abwarten und gut mischen

Nun ruht wirklich alles da draussen. Gefroren die Böden, erfroren, was gewagt hat, zu früh auszutreiben, weiss die Rabatten, weiss der Rasen. Mein Garten braucht mich nicht. Aber ich ihn. Ich schnipple, rüste, koche.

Katja Fischer De Santi
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Bild: Katja Fischer De Santi

Bild: Katja Fischer De Santi

Nun ruht wirklich alles da draussen. Gefroren die Böden, erfroren, was gewagt hat, zu früh auszutreiben, weiss die Rabatten, weiss der Rasen. Mein Garten braucht mich nicht. Aber ich ihn. Ich schnipple, rüste, koche. Er zersetzt, verrottet, macht aus übelriechenden organischen Abfällen wunderbar riechende Erde. So ein Kompost ist eine wundervolle Sache. Man steht daneben und versinkt augenblicklich in Demut vor diesem sich selber reproduzierenden System.

Neben meinem Kompost überkommt mich leider zurzeit weniger Demut als die pure Verzweiflung. Erstens macht mein Kompost gerade Winterferien. Egal was ich rein kippe, Tage später liegt es noch immer unverändert obenauf. Zweitens wird sich dieses Problem wohl auch im Frühling nicht so leicht beheben lassen. Denn ganz so einfach ist diese Sache mit dem Kreislauf ja dann doch nicht. Wenn ich die Empfehlungen der Kompostberatung (ja, so was gibt es) lese, dann scheint mir das Züchten von Rosen ein Kinderspiel dagegen. Nix da mit einfach draufwerfen und der Natur ihren Lauf lassen. Die Herren und Damen Mikroorganismen sind ein anspruchsvolle Gesellschaft. Nicht zu nass und nicht zu trocken mögen sie es. Eine ausgewogenen Mischung aus Rüst- und Gartenabfällen macht ihnen Laune, zu viel Rasenschnitt hingegen gar nicht. Und wer die obersten zehn Zentimeter nicht ständig gut durchmischt, hat eh verloren. Ich nehme mir vor, im Frühling der Sache etwas mehr Herr zu werden. Vielleicht stelle ich aber auch einfach einen dritten Behälter auf. Denn wenn mich mein Garten eines gelehrt hat, dann, dass sich Geduld fast immer auszahlt.

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