Abbau der Umweltgifte in Polarregionen

In der Arktis und Antarktis ist die Umwelt deutlich stärker mit Umweltgiften belastet als anderswo, schreibt die ETH Zürich. Die dortigen Meerestiere gehören zu den am stärksten mit langlebigen organischen Schadstoffen kontaminierten Lebewesen.

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In der Arktis und Antarktis ist die Umwelt deutlich stärker mit Umweltgiften belastet als anderswo, schreibt die ETH Zürich. Die dortigen Meerestiere gehören zu den am stärksten mit langlebigen organischen Schadstoffen kontaminierten Lebewesen.

Mittlerweile werden Herstellung und Verwendung von knapp zwei Dutzend dieser Schadstoffe und einer Reihe von ozonschädigenden Substanzen stark eingeschränkt. Vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden diese Umweltgifte freigesetzt und von Luft- und Meeresströmungen weltweit verteilt. Warum sie vor allem in den Polarregionen Depots gebildet haben, ist nicht restlos geklärt. Forscher der ETH Zürich sind nun den physikalischen und chemischen Prozessen auf den Grund gegangen.

Für die Anreicherung standen zwei Faktoren zur Diskussion. Beide haben mit der Kälte in den Polarregionen zu tun: Bei tiefen Temperaturen sind chemische Verbindungen weniger flüchtig, Dampf kondensiert. Experten gingen lange davon aus, dass in diesen physikalischen Eigenschaften der Hauptgrund für die Anreicherung liegt.

Der zweite Faktor: Auch der chemische und mikrobiologische Abbau von Stoffen ist temperaturabhängig. Umweltgifte werden in der Kälte noch langsamer abgebaut als in wärmeren Weltgegenden. Dieser Faktor wurde bisher allerdings als weniger bedeutend eingeschätzt.

Verlangsamung in der Kälte

In ihrer Studie konnten die Forscher nun zeigen, dass der erste Faktor nur für stark flüchtige Stoffe wie etwa die früher als Kühlmittel eingesetzten Fluorchlorkohlenwasserstoffe richtig ist. Hingegen gilt dies nicht für Substanzen, die sich vor allem im Wasser, im Boden und im Fettgewebe von Lebewesen anreichern. Zu diesen Substanzen gehören etwa das Insektizid DDT oder die als elektrische Isolatoren oder Fugendichtungen eingesetzten Polychlorierten Biphenyle (PCB). Hier ist der zweite Faktor bedeutender. (sda)

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