Aargauer Polizei will keine FCZ-Fans im Stadion

Beim Auswärtsspiel des FC Zürich gegen den FC Aarau vom nächsten Samstag sind keine FCZ-Fans zugelassen. Eine Risikobeurteilung der Aargauer Kantonspolizei ergab, dass das Risiko von Krawallen zu gross ist.

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Eine Szene vom Match Aarau - FC Zürich vom Februar 2014: FCZ-Fans zünden Pyros im Brügglifeld. (Bild: Keystone)

Eine Szene vom Match Aarau - FC Zürich vom Februar 2014: FCZ-Fans zünden Pyros im Brügglifeld. (Bild: Keystone)

In jüngster Vergangenheit seien Fans des FC Zürich bei Spielen ihrer Mannschaft mehrfach für gewalttätige Ausschreitungen grösseren Ausmasses verantwortlich gewesen, begründet die Aargauer Polizei ihren Entscheid. Im Umfeld dieses Spieles müsse mit einer schwerwiegenden und erheblichen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit gerechnet werden.

Polizei will gegen Störer vorgehen
Zusammen mit dem aargauischen Justiz− und Polizeidirektor Urs Hofmann sei deshalb beschlossen worden, den Gästesektor zu sperren und die FCZ-Fans nicht zum Spiel zuzulassen. Die Kantonspolizei Aargau ruft Anhänger des FC Zürich dazu auf, nicht nach Aarau zu reisen. Die Kantonspolizei werde nötigenfalls gegen Störer vorgehen und diese strafrechtlich zur Verantwortung ziehen.

Der Entscheid trifft auch den FC Aarau. Im Gästesektor auf dem Brügglifeld haben rund 1000 Fans Platz. Bei einem Eintrittspreis von 27 Franken würde der Klub, vorausgesetzt der Sektor ist voll, 27'000 Franken verlieren - dies bei gleich bleibenden Sicherheitskosten. 300 Tickets für den Gästesektor seien bereits verkauft worden, sagte Remo Conoci, der Mediensprecher des FC Aarau, auf Anfrage.

FCZ bedauert - und kritisiert Chaoten
In einer Stellungnahme auf seiner Homepage teilte der FC Zürich mit, er bedauere aus sportlichen Gründen den Entscheid. "Er trifft vor allem alle diejenigen Fans, die sich korrekt verhalten und ihren Club unterstützen wollen", so der Verein. Andererseits hätten die Ausschreitungen beim Match FC Basel - FC Zürich zu einer neuen Risikoanalyse bei den Sicherheitsverantwortlichen geführt. "Die Verantwortung dafür übernehmen müssen allein diese 'sogenannten Fans', die durch ihr skandalöses Verhalten am Spiel in Basel diese Kurvensperre in Aarau provoziert haben", heisst es im Communiqué des FC Zürich.

Der Verein bittet alle FCZ-Anhänger, die Verfügung der Kantonspolizei Aargau zu befolgen, "um damit wieder zu einer Beruhigung der Fanszene beizutragen", wie der Verein schreibt.

Schlägerei am Bahnhof
In Aarau hat man mit Anhänger des FC Zürich ebenfalls schlechte Erfahrungen gemacht. Am 22. November 2014 war es beim Bahnhof Aarau zu einer Schlägerei zwischen 40 bis 70 Anhängern des FC Aarau und des FC Zürich gekommen. Die Schläger waren vermummt und teilweise mit Schlagstöcken bewaffnet.

Der Polizei gelang es, die Namen von sieben Beteiligte zu ermitteln und diese festzunehmen. Bei Hausdurchsuchungen wurden pyrotechnische Gegenstände und Vermummungsmaterial festgestellt. Gegen sie läuft eine Strafuntersuchung wegen Landfriedensbruchs.

Weitere Beteiligte meldeten sich trotz eines Polizeiaufrufes vorerst nicht. Um die unbekannten Schläger zu identifizieren, veröffentlichte die Kantonspolizei Aargau Mitte Februar dieses Jahres acht Bilder von Überwachungskameras.

Die Gesichter der abgebildeten Personen wurden vorerst unkenntlich gemacht. Die Polizei drohte aber, dass die Fotos nach einer Woche ohne Anonymisierung publiziert würden. Dies hatte Wirkung. Kurz danach stellten sich sieben Männer bei der Kantonspolizei Aargau.

Die Schlägerei zwischen den FCA- und FCZ-Fans hatte sich allerdings nicht nach einem Spiel der beiden Klubs ereignet. Die Zürcher Fans befanden sich in einem Extrazug auf dem Rückweg von Sitten.

In Aarau zog jemand die Notbremse, worauf die FCZ-Fans ausstiegen und auf die bereits wartenden Widersacher trafen. Diese gewalttätige Konfrontation war laut Polizei gezielt vereinbart worden. (sda/dwa)