33 FRAGEN: «Die Welt pendelt»

Die Politikphilosophin und Fernsehmoderatorin Katja Gentinetta (48) hält es mehr mit Eco statt mit Goethe und sagt, dass sie mehr Alp- als Albträume hat.

Fragenkatalog: Balz Bruder
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Wie verbringen Sie die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr?

Zu Hause und in Ruhe.

Was tun Sie ausschliesslich in dieser und keiner anderen Zeit?

Grosszügig aufräumen, entsorgen, ordnen.

Goethe sagte: «Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen.» Wie halten Sie es?

Nichts ist schöner!

Was nehmen Sie sich in dieser Zeit vor – und tun es am Ende doch nicht?

Keine Gedanken an die Arbeit zu verschwenden.

Was tun Sie immer wieder – obwohl Sie sich geschworen haben, es nicht mehr zu tun?

Arbeiten.

Welches Buch liegt seit Jahren ungelesen als Lektüre für die Zeit zwischen den Jahren herum?

Diesbezüglich halte ich es mit Umberto Eco: Wichtig ist, dass die Bücher da sind. Man wird sie zur richtigen Zeit an die Hand nehmen.

Was wiegt schwerer: Der Gedanke an das, was war, oder an das, was sein wird?

Mit Blick auf die Welt wiegt derzeit das, was kommen könnte, schwerer.

Werden Sie philosophisch zwischen den Jahren?

Eher: grundsätzlicher.

Möchten Sie zwischendurch ein besserer Mensch werden?

Immer wieder.

Oder einer, der anders ist als der, der Sie sind?

Das sind alle andern ja schon!

Haben Sie manchmal Sehnsucht nach dem Alltag?

Die Kunst ist es, einen geglückten Alltag zu führen. Das übe ich jeden Tag.

Wie war die Zeit zwischen den Jahren in Ihrer Kindheit?

In erster Linie war ich auf den Ski; und dann habe ich mich vermutlich innig meinen Geschenken gewidmet.

Mögen Sie nach dem zweiten Weihnachtsfeiertag noch Weihnachtsgebäck?

Wichtig ist ja, was man zwischen Neujahr und Weihnachten isst, nicht umgekehrt.

Wie lang steht der Weihnachtsbaum?

Wir beschränken uns auf Kerzen; die halten meistens fast bis zur nächsten Weihnacht.

Steht Ihnen der Sinn nach Gesellschaft oder nach Alleinsein?

Wir geniessen die Ruhe.

Wie gut können Sie für sich sein?

Da das viel zu selten vorkommt: sehr gut.

Haben Sie sich schon einmal vorgenommen, mit einem Tagebuch zu beginnen?

Tagebuchnotizen schreibe ich immer wieder, wenn ich Gedanken ordnen muss.

Im Film «Zwischen den Jahren» spielt Peter Kurth einen aus dem Gefängnis entlassenen Mann, der von den Taten seiner Vergangenheit eingeholt wird. Haben Sie Albträume?

Nein, eher manchmal Alpträume.

Treiben Sie exzessiv Sport?

Bewegung und frische Luft reichen mir.

Haben Sie Sehnsucht nach bedingungslosem Müssiggang?

Gibt es einen bedingten Müssiggang?

Denken Sie darüber nach, Ihre Wohnung zu renovieren?

Das ist vollbracht.

Wollten Sie nicht noch den Keller entrümpeln?

Lieber im Sommer!

Werden Sie sich die TV-­Übertragung des Neujahrs­konzerts antun?

Wie fast jedes Jahr mit Genuss.

Und was ist mit dem Neujahrs-Skispringen?

Gibt es das?

Gibts an Silvester Fondue Chinoise, das Sie nur der Saucen wegen lieben?

Die passen nicht zu Champagner ...

Wie schwer wird die Erleichterung wiegen, sich von Weihnachten über Silvester ins neue Jahr gerettet zu haben?

Zwei Gramm vielleicht?

Was darf zwischen den Jahren 2017 nicht wieder passieren?

Kein Schnee!

Weshalb fassen Sie wieder Vorsätze, die Sie nicht einhalten werden?

Ich habe gelernt: wenige und schriftlich. Das funktioniert ziemlich gut.

Über welche Antwort wird Ihr Partner überrascht sein?

Den Keller.

Haben Sie gelogen?

Wie könnte ich!

Würden Sie es wieder tun?

Sollte ich das etwa jetzt schon verraten?

Wird die Welt besser oder schlechter?

Sie pendelt – derzeit eher auf die schlechte Seite.

Was macht Sie glücklich?

Mein Leben.

Fragenkatalog: Balz Bruder