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Leicht trübere Konjunkturaussichten 2019

Das Wachstum in der Schweiz verlangsamt sich in Richtung Potenzialwachstum

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Im vergangenen Jahr betrug das Wachstum in der Schweiz gemessen am Bruttoinlandprodukt (BIP) rund 2,5 Prozent. Dieser erfreuliche Wert dürfte aufgrund der jüngsten Vorlaufindikatoren im laufenden Jahr nicht mehr erreicht werden. Die Konjunkturentwicklung wird allerdings nicht einbrechen, sondern sich sukzessive in Richtung Potenzialwachstum verlangsamen.

Überdurchschnittlich starkes 2018

Die Schweiz und speziell auch der Kanton Aargau konnten sich im Jahr 2018 über eine aussergewöhnlich starke Konjunkturdynamik freuen. Insbesondere das erste Halbjahr verzeichnete mit einer Zunahme des BIP gegenüber dem Vorjahr von über drei Prozent einen Wert, der letztmals Ende 2010 erreicht wurde. Die Gründe dafür waren vielfältig. So erhöhte unter anderem ein global äusserst hohes Wachstum die Nachfrage nach schweizerischen Gütern und Dienstleistungen, speziell auch aus Europa.
Dieser Effekt wurde durch eine vorübergehende Abschwächung des Schweizerfrankens, insbesondere gegenüber dem Euro, welche die Margen der inländischen Exporteure ansteigen liess, zusätzlich verstärkt. Das positive Umfeld erhöhte in der Folge auch die Zuversicht der Unternehmungen und deren Investitionstätigkeit. Ab Mitte 2018 veränderte sich dann allerdings die Lage.

Hauptsächlich politische Faktoren wie der Handelsstreit zwischen den USA und China, die ganze Brexit-Thematik oder die Budgetdiskussionen in Italien erhöhten die Verunsicherung von Investoren und Anlegern gleichermassen. Der Schweizerfranken festigte sich wieder, die Handelstätigkeiten wurden erschwert und begannen sich spürbar zu verringern. Die zahlreichen exportorientierten und vielfach spezialisierten Unternehmungen aus dem Kanton Aargau vermochten von der hohen Nachfrage aus Europa, Asien und den USA ebenfalls zu profitieren.

Der im gesamtschweizerischen Vergleich überdurchschnittliche Anteil an industrielastigen und primär exportorientierten Firmen im Kanton Aargau sorgte für eine entsprechende Konjunkturdynamik und einen spürbaren Anstieg der Zahl offener Stellen im regionalen und lokalen Gewerbe. Daneben entwickelte sich auch die Zuversicht der Konsumenten zu Beginn des Jahres positiv und sorgte mit einer kräftigen privaten Konsumnachfrage für konjunkturellen Rückenwind.

Anzeichen einer schwächeren Dynamik

Der in der zweiten Jahreshälfte 2018 gestartete Trend hin zu einer schwächeren Konjunkturentwicklung hielt bisher weltweit an. Die Unsicherheit wirkte sich zumindest vorübergehend auch auf die Finanzmärkte aus und sorgte weltweit für schwächere Börsen und noch tiefere Zinsen.

Betrachtet man vorauslaufenden Wirtschaftsindikatoren wie die Einkaufsmanagerindizes (PMIs), die Auskunft über die Auftragsbestände und den Arbeitsvorrat der Unternehmungen geben, oder die generelle Konsumentenstimmung, zeigen sich überall rückläufige Entwicklungen. So liegen beispielsweise die PMIs in den wichtigsten Wirtschaftsräumen zwar nach wie vor über der wichtigen Wachstumsschwelle von 50 Punkten, der Verlauf ist aber bereits seit Monaten rückläufig und kündet damit eine Wachstumsverlangsamung innert den nächsten drei bis sechs Monaten an.

Schweiz kann sich Trend nicht entziehen

Die Schweiz als kleine, offene und damit stark exportorientierte Volkswirtschaft wird sich dieser Entwicklung nicht entziehen können. Anhaltende politische Unsicherheiten, die Aussicht auf rückläufige Aufträge aus dem Ausland sowie der tendenziell beständig feste Schweizerfranken dürften dazu führen, dass sich auch die Investitionstätigkeit hiesiger Unternehmen zunehmend verzögern und die Wachstumsdynamik sukzessive verringern wird.

Die Gefahr eines regelrechten Wachstumseinbruchs besteht aus unserer Sicht hingegen nicht. Vielmehr wird sich die schweizerische Wirtschaft nach dem überdurchschnittlichen Wachstum des letzten Jahres in Richtung ihres Potenzialwachstums bewegen.

Letzteres beschreibt einen Schätzwert für ein langfristiges Wachstumstempo des schweizerischen BIP unter optimaler Auslastung der vorhandenen Kapazitätsauslastung und ohne schädliche Anheizung der Teuerung. Dieser Wert dürfte aktuell zwischen 1,5 und 2 Prozent liegen.

Zum Autor Marcel Koller ist Chefökonom bei der Aargauischen Kantonalbank.  

Zum Autor Marcel Koller ist Chefökonom bei der Aargauischen Kantonalbank.  

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