Zwist um Zollstelle Romanshorn

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SparmassnahmeDie Verhandlungen zur Zukunft der Zollstelle Romanshorn laufen nicht wie geplant. Jedenfalls nicht aus Sicht der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt AG (SBS). Das Unternehmen war im September mit der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) grundsätzlich übereingekommen, noch zu definierende Abläufe und Aufgaben im Rahmen der Zollabfertigung zu übernehmen. Dies um den Erhalt des Zolls zu sichern, nachdem der Bund im Zuge von Sparmassnahmen die Schliessung auf Ende 2017 anberaumt hatte.

Jetzt soll die SBS aber auf Ansinnen der EZV das Gros der Arbeit übernehmen. Vorgesehen ist, dass die Mitarbeiter Waren zeichnen und Geld einkassieren, wofür sie dann auch die Verantwortung tragen. «Das hatten wir so nicht besprochen», sagt Hermann Hess, Hauptaktionär der SBS. Das Ziel sei nicht, die Last zu 100 Prozent auf dem eigenen Buckel zu tragen. Man habe der EZV entgegenkommen wollen, damit der Sparauftrag des Bundes erfüllt werden könne. «Wir wollten organisatorisch unterstützen, aber nicht hoheitliche Aufgaben übernehmen.»

Zollverwaltung streicht zwei Stellen

Wie Hess sagt, habe er Oberzolldirektor Christian Bock auf die Haltung der SBS hingewiesen. Deren Vorstellung sei eine punktuelle Hilfe durch das eigene Personal kombiniert mit der automatisierten Zollabfertigung mittels Software. Er sei mit Herrn Bock so verblieben, dass man den Betrieb wie von der EZV geplant anlaufen lasse und nach ein paar Monaten gemeinsam beurteile, wie die SBS damit zurechtkomme. Die Medienstelle der EZV gibt auf Anfrage keine nähere Auskunft über die Verhandlungen. Sie bestätigt allerdings, dass die zwei Stellen beim Romanshorner Zoll gestrichen würden. «Der Personalabbau wird durch natürliche Fluktuation vorgenommen.» Die Mitarbeiter wären künftig bei der Zollstelle Kreuzlingen tätig. «Die Massnahmen können voraussichtlich Mitte Jahr umgesetzt werden.» (tva)