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Zwist um Wölfe im Taminatal: Regierung weist Vorwürfe der SVP gegen Amtsleiter zurück

Nachdem Wölfe in der Nähe einer Schulanlage in Vättis eine Hirschkuh gerissen hatten, übte die SVP harte Kritik an den Jagdbehörden: Die Ängste der Bevölkerung würden nicht ernstgenommen. Die Regierung sieht jedoch kein Problem - der Vorfall sei nicht aussergewöhnlich, das Wolfsmanagement im Kanton funktioniere gut.
Adrian Vögele
Wolf im Winterthurer Tierpark Bruderhaus. (Bild: Benjamin Manser)

Wolf im Winterthurer Tierpark Bruderhaus. (Bild: Benjamin Manser)

Die Wölfe im Sarganserland sind SVP-Kantonsräten aus der Region schon länger ein Dorn im Auge. Immer wieder fordern sie im Parlament härtere Massnahmen gegen die Raubtiere. Jüngster Stein des Anstosses ist ein Vorfall, der sich Anfang Mai in Vättis zutrug: Wölfe rissen in der Nähe einer Schulanlage eine trächtige Hirschkuh. Wenige Tage danach erhob SVP-Parlamentarier Markus Bonderer in einer Anfrage an die Regierung schwere Vorwürfe: Die Amtsstellen und die Regierung würden das Thema Wolf bewusst verharmlosen. So habe Dominik Thiel, Leiter des Amts für Natur, Jagd und Fischerei, gegenüber "20 Minuten" gesagt, die Leute in Vättis hätten sich längst an den Wolf gewöhnt. Das entspreche in keiner Art und Weise dem Empfinden der lokalen Bevölkerung, kritisiert Bonderer. "Die direkt betroffenen Menschen werden nicht ernstgenommen."

Bonderer verlangte Auskunft darüber, welche Massnahmen nach dem "Vorfall inmitten eines Wohnquartiers" geplant seien. Zudem fragte er, ob es im Sinne der Regierung sei, dass sich die Wolfspopulation "unkontrolliert" erhöhe. Weiter wollte er wissen, ob die Exekutive bereit sei, sich für eine Lockerung des Wolfsschutzes einzusetzen.

"Situation hat sich beruhigt"

Die Regierung weist die Kritik zurück. Der Vorfall von Anfang Mai stelle keine aussergewöhnliche Situation dar. "Die Hirschkuh wurde am Dorfrand von Vättis gerissen." Im Lauf der vergangenen Jahre hätten die Wölfe rund um das Dorf schon mehrmals Wildtiere erlegt. Besondere Massnahmen seien nicht notwendig.

Vehement widerspricht die Regierung dem Vorwurf, der Kanton lasse die Bevölkerung mit dem Wolf im Stich. Seit die Wölfe in den Kanton St.Gallen zurückgekehrt seien, setze das Amt für Natur, Jagd und Fischerei das Wolfsmanagement stets "sachlich und lösungsorientiert" um. Es hätten zum Beispiel mehrfach Informationsveranstaltungen und Gespräche mit der Bevölkerung im Taminatal stattgefunden. Die Wölfe würden von Wildhut und Jägern überwacht. Im Winter 2014/2015 seien zwei Abschüsse bewilligt worden, weil Jungwölfe zu wenig Scheu gezeigt hätten. Inzwischen habe sich die Situation aber beruhigt.

Kosten wegen Nutztierrissen nehmen ab

Die Schäden, die die Wölfe bislang an Nutztieren im Kanton verursacht haben, schätzt die Regierung als gering ein. 2014 wurden 3100 Franken Entschädigung für Risse gezahlt, 8350 Franken im Jahr 2015, 6011 Franken im Jahr 2016 und 3520 Franken im Jahr 2017.

Die Ansicht, dass sich die Wölfe unkontrolliert ausbreiten, teilt die Regierung nicht. Es gebe nebst dem Calanda-Rudel kein weiteres Wolfsrudel im Kanton. Einzeltiere könnten jedoch weiterhin überall und jederzeit auftauchen. Nach wie vor befürwortet die Regierung, dass die Regulation des Wolfsbestandes vereinfacht werden soll - sie verweist auf die Revision des eidgenössischen Jagdgesetzes, die auf Bundesebene in Gang ist. Am Dienstag hat sich der Ständerat für eine Lockerung des Wolfsschutzes ausgesprochen.

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