St.Galler FDP und SVP schicken Büchel ins Rennen um den Ständerat: Was Dobler und Würth dazu sagen

FDP und SVP haben die Katze aus dem Sack gelassen: Roland Rino Büchel steigt in den zweiten Wahlgang für den Ständerat in St.Gallen.

Adrian Vögele
Drucken
Teilen
Marcel Dobler (FDP) und Roland Rino Büchel (SVP) kurz vor der Pressekonferenz am Donnerstagmorgen in St.Gallen. (Bild: Michel Canonica)

Marcel Dobler (FDP) und Roland Rino Büchel (SVP) kurz vor der Pressekonferenz am Donnerstagmorgen in St.Gallen. (Bild: Michel Canonica)

Am 17. November kommt es zum Dreikampf um die St.Galler Ständeratssitze. Der Kandidat von Mitte-Rechts für den zweiten Wahlgang heisst Roland Rino Büchel: Das haben SVP und FDP am Donnerstagmorgen an einer gemeinsamen Medienkonferenz bekanntgegeben. Marcel Dobler (FDP) zieht sich zurück. Büchel hatte im ersten Wahlgang rund 15'000 Stimmen mehr erzielt als Dobler.

Dobler sagte, er habe das Wählerpotenzial der FDP ausgeschöpft. «SVP und FDP wollen eine ungeteilte bürgerliche Standesstimme.» Nach der Schwächung der bürgerlichen Lager am Wahlsonntag sei dies nun umso wichtiger. «Ich habe in den letzten Tagen Gespräche mit meiner Familie, meinem Umfeld und der Partei geführt, und wir sind zum Schluss gekommen, dass ich verzichte.» Roland Rino Büchel stehe für eine klar bürgerliche Politik. «Er ist ein Wertschöpfer, kein Umverteiler.» Büchel habe in Bern gute Arbeit geleistet, «ich halte sehr viel von ihm».

Resultate Ständeratswahlen St.Gallen, 1. Wahlgang

*
bisher im Amt.
Benedikt Würth *
CVP
70 594
Paul Rechsteiner *
SP
64 077
Verfügbare Sitze: 2
Roland Rino Büchel
SVP
45 941
Marcel Dobler
FDP
30 755
Franziska Ryser
Grüne
27 660
Pietro Vernazza
GLP
12 695
Norbert Feldmann
BDP
4 174
Absolutes Mehr
71 095 Stimmen

Büchel sieht sich als Brückenbauer

Büchel selber sagte, es brauche im Ständerat, der nach links gerutscht sei, ein Gegengewicht. SP-Kandidat Paul Rechsteiner sei nicht etwa «eingemittet», sondern vertrete klar linke Positionen. Auch gehe es um einen Ausgleich von Stadt und Land. Derzeit habe St.Gallen mit Würth und Rechsteiner zwei Vertreter «grüner Städte» im Ständerat. Zugleich betonte Büchel seine Qualitäten als «Brückenbauer», die er beispielsweise in der aussenpolitischen Kommission gezeigt habe. Diesbezüglich werde er unterschätzt, nicht zuletzt von den Medien. Auch für regionale Anliegen setze er sich selbstverständlich ein, «auch wenn ich das nicht in der Gegend herumtwittere». Büchel will sich zudem für das Gewerbe stark machen. Der kantonale Gewerbeverband steht hinter dem SVP-Kandidaten: Er empfiehlt das Duo Büchel/Würth zur Wahl, wie er am Donnerstagmittag mitteilte.

Marcel Dobler und Roland Rino Büchel im Gespräch mit den Medien. (Bild: Michel Canonica)

Marcel Dobler und Roland Rino Büchel im Gespräch mit den Medien. (Bild: Michel Canonica)

Dobler: Zwei von drei Zielen erreicht

Dobler wirkte an der Medienkonferenz mehr erleichtert als enttäuscht. «Für mich überwiegt mit Blick auf den Wahlsonntag das Positive», sagt er. Zwei von drei Zielen seien erreicht: «Ich habe meinen eigenen Sitz verteidigt, und es ist uns gelungen, auch den zweiten Sitz zu halten – wir haben sogar fast ein Vollmandat geholt, entgegen den negativen Prognosen.» Dass es für das dritte Ziel, den Ständerat, nicht gereicht habe, gelte es zu akzeptieren. Nach dem intensiven Wahlkampf freue er sich auf eine ruhigere Zeit bis zur Wintersession, sagt Dobler. Seine Familie habe während der vergangenen Wochen oft ohne ihn auskommen müssen.

Benedikt Würth, St.Galler CVP-Ständerat (Bild: Regina Kühne)

Benedikt Würth, St.Galler CVP-Ständerat (Bild: Regina Kühne)

CVP gibt keine Empfehlung für andere Kandidaten ab

Nebst Büchel empfiehlt die FDP-Parteileitung Benedikt Würth zur Wahl. Da drängt sich die Frage auf: Mit wem würde Würth lieber nach Bern fahren – mit dem (ebenfalls bürgerlichen) Büchel oder mit Rechsteiner? Der CVP-Kandidat lässt sich dazu nichts entlocken. «Ich fokussiere ausschliesslich auf meinen Wahlkampf», sagt er – fügt aber noch an: «Ständeratswahlen sind Persönlichkeitswahlen. Das St. Galler Volk entscheidet, welche zwei Personen in der nächsten Legislatur im Ständerat sitzen und nicht die Parteien.» Parteipräsident Patrick Dürr bekräftigt: Die CVP konzentriert sich auf Würth und gibt keine weitere Empfehlung ab.