Zwei Niederlagen für die SVP

Kommentar

Patrik Kobler
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Die SVP ist die Verliererin des Wahlsonntags in Appenzell Ausserrhoden. Als Klatsche muss insbesondere das Abschneiden von Köbi Frei in der Landammannwahl bezeichnet werden. Paul Signer holte fast doppelt so viele Stimmen. Dabei ist der Herisauer nur auf Druck der Partei überhaupt zur Wahl angetreten. Eigentlich hatte sich der Regierungsrat intern darauf geeinigt, dass Frei für die kommenden zwei Jahre Landammann werden soll. Doch alte FDP-Kämpen drängten auf eine Kandidatur Signers. Denn Frei, einstmals als bester Finanzdirektor der Schweiz gefeiert, hat viel Kredit verspielt, seit er als Verwaltungsrat in die Honoraraffäre involviert war. Die Niederlage wird den 57-Jährigen schmerzen, aber nicht daran hindern, im Regierungsrat weiterhin eine dominante Rolle zu spielen.

Einen Dämpfer hat die zuletzt erfolgverwöhnte SVP auch in der Ersatzwahl für Regierungsrätin Marianne Koller erlitten. Inge Schmid landete hinter Dölf Biasotto (FDP) und Peter Gut (pu) nur auf dem dritten und damit letzten Platz. Vom Frauenbonus hat sie nicht profitiert. Darüber braucht sie sich auch nicht zu wundern, setzte sie doch im Wahlkampf auf den skurrilen Slogan «Ihr Mann für Ausserrhoden». Das sorgte zwar landesweit für Aufmerksamkeit, wurde der Kandidatin aber nicht gerecht. Ihre Qualitäten gerieten zur Nebensache. Aufgeben will sie nicht, es dürfte aber schwer werden, im zweiten Wahlgang das Ruder noch herumzureissen.

Die Niederlagen der SVP werden der zuletzt gebeutelten FDP Auftrieb geben. Zwar hinterliess die Partei bisweilen den Eindruck eines Hühnerhaufens. Der gestrige Tag zeigt aber: Die FDP kann immer noch Wahlen gewinnen. Abgerechnet wird aber erst nach dem 2. Wahlgang am 19. März.

Patrik Kobler

patrik.kobler

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appenzellerzeitung.ch