Zwei Mafiosi ausgeliefert

Drucken

Mafiazelle Die Schweiz hat gestern zwei mutmassliche Mitglieder der Frauenfelder Zelle der ’Ndrangheta an Italien ausgeliefert. Zehn weitere Mitglieder der Zelle befinden sich wieder in Auslieferungshaft – wegen erhöhtem Fluchtrisiko. Das Bundesstraf­gericht hatte am 21. Juli die Auslieferung der zwölf mutmass­lichen Mafiosi an Italien bestätigt, wie das Bundesamt für Justiz (BJ) gestern mitteilte. Die zwei Ausgelieferten verzichteten auf eine Beschwerde gegen den Entscheid und konnten den italienischen Behörden übergeben werden. Die zehn anderen mutmasslichen Mitglieder der Mafia-Zelle kündigten an, beim Bundesgericht Beschwerde einreichen zu wollen. Weil die Behörden das Flucht­risiko nach dem Entscheid des Bundesstrafgerichtes hoch einschätzen, sind die Betroffenen am vergangenen Freitag wieder in Auslieferungshaft genommen worden.

Im März 2016 hatten die Kantonspolizeien Thurgau und Zürich auf Anordnung des BJ 13 italie­nische Staatsangehörige fest­genommen. Die italienischen ­Behörden werfen ihnen vor, Mitglieder einer kriminellen Organi­sation zu sein. Sie sollen an Treffen mitgewirkt, an Riten teilgenommen und sich unter die hierarchischen Strukturen und den bedingungslosen Gehorsam untergeordnet haben. (sda)