Zwei Katzen geköpft

HOHENTANNEN. In der Gemeinde Hohentannen fand kürzlich eine junge Frau in ihrem festen Gehege an zwei aufeinanderfolgenden Tagen die Körper von jungen Kätzchen – die Köpfe waren abgerissen.

Maya Mussilier
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Reinhold Zepf zeigt das Foto des geköpften Kätzchens. (Bild: Maya Mussilier)

Reinhold Zepf zeigt das Foto des geköpften Kätzchens. (Bild: Maya Mussilier)

Als die junge Frau aus der Gemeinde Hohentannen am 17. August die Scheune betritt, um die Kätzchen zu füttern, traut sie ihren Augen kaum. Eines der fünf Jungtiere liegt mitten im Gehege – ohne Kopf. Die anderen Kätzchen sind wohlauf. Es gibt keine Spuren eines Kampfes, kein Blut: nur den leblosen Körper. Vom Kopf fehlt jede Spur. «Wir konnten uns keinen Reim darauf machen», erzählt die Mutter der jungen Frau.

Ein zweites Tier tot

Obwohl das massive Gehege ein Eindringen eines tierischen Räubers nahezu unmöglich macht, war dies die einzige Erklärung für die Familie. Umso grösser war der Schreck, als nur einen Tag später ein weiteres Kätzchen ohne Kopf in der Mitte des Käfigs lag. Wiederum fehlte vom Kopf jede Spur.

«Das erste Kätzchen haben wir in die Sammelstelle gebracht, weil wir davon ausgingen, dass es sich trotz allem um einen tierischen Räuber handeln musste», erzählt die Mutter weiter. Nach dem zweiten Vorfall aber hätten sie den Körper in die Tierklinik gebracht. «Wir wollten wissen, ob der Kopf etwa abgeschnitten worden war oder ob möglicherweise ein Tier dafür verantwortlich sein könnte.»

Die Untersuchungen des Tierarztes ergeben, dass der Kopf ausgerissen wurde. «Dazu braucht es sehr viel Kraft», sagt die Mutter und schüttelt den Kopf. Die restlichen Kätzchen hat die Familie auf die beiden Vorfälle hin in Sicherheit gebracht. «Man macht sich aber schon Gedanken», sagt die Mutter. «Schliesslich haben wir noch mehr Tiere.» Die Familie hat deshalb auf dem ganzen Hof Kameras installiert.

Weitere Fälle verhindern

«Wir vom Tierschutz sind von diesem Fall sehr betroffen», sagt Reinhold Zepf, Präsident des Thurgauischen Tierschutzverbandes. Erst kürzlich war ganz in der Nähe ein Kater mit Schrot angeschossen worden. «Ob zwischen den beiden Vorfällen ein Zusammenhang besteht, kann niemand sagen», sagt Reinhold Zepf. Leider könne man den beiden jungen Kätzchen nicht mehr helfen. «Wir können aber den Vorfall öffentlich machen und damit die Leute sensibilisieren», sagt der Tierschützer. So könne vielleicht verhindert werden, dass es weitere Vorfälle gebe. «Wir rufen die Leute auf, verdächtige Beobachtungen sofort zu melden. Die Informationen werden absolut vertraulich behandelt.»

Seit vielen Jahren macht sich Reinhold Zepf für den Tierschutz stark. «In all diesen Jahren habe ich nichts Vergleichbares erlebt», sagt er. Auf jeden Fall werde der Thurgauische Tierschutzverband in diesem Fall die Strafbehörden einschalten.