Nach Vorfall in Appenzell: Der Wolf hat auch in Urnäsch Schafe gerissen 

Auf einer Weide in Appenzell wurden in den vergangenen Tagen zwei tote Schafe aufgefunden. Am Freitagnachmittag meldet auch Ausserrhoden tote Schafe. Die Behörden gehen davon aus, dass der selbe Wolf für alle Schafsrisse verantwortlich ist. Haltern von Kleinvieh wird geraten, ihre Tiere über Nacht einzustallen.

Dinah Hauser
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Ein Wolf hat in Appenzell und Urnäsch mehrere Schafe gerissen. (Bild: Keystone)

Ein Wolf hat in Appenzell und Urnäsch mehrere Schafe gerissen. (Bild: Keystone)

Der Wolf geht um im Appenzellerland. Bereits zwei gerissene Schafe hat das Raubtier in Innerrhoden hinterlassen. Am Freitagnachmittag teilte dann auch die Ausserrhoder Jagdverwaltung mit, dass am Morgen in Urnäsch zwei gerissene Schafe aufgefunden wurden. Demnach seien weitere zwei Schafe so schwer verletzt gewesen, dass sie eingeschläfert werden mussten.

Die Ausserrhoder Jagdverwaltung schliesst indes nicht aus, dass es sich dabei um denselben Wolf handeln könnte, welcher in den letzten Tagen in Appenzell Innerrhoden zweimal Schafe gerissen hat.

Das erste Schaf sei am Sonntagmorgen, 17. November, bei Appenzell auf einer Weide im Gebiet Steigchopf gefunden worden, teilt die Innerrhoder Jagd- und Fischereiverwaltung mit. Ein weiteres sei verletzt gewesen. Der zuständige Wildhüter wurde aufgeboten und beurteilte die Situation vor Ort. Zunächst habe sich ein diffuses Bild gezeigt, welches keine eindeutigen Rückschlüsse auf das verantwortliche Raubtier habe schliessen lassen.

Am Donnerstag wurde dann im gleichen Gebiet erneut ein gerissenes Schaf gefunden, zwei weitere Schafe werden noch vermisst. Das Rissbild vom Donnerstag schaffte dann Klarheit: Bei dem Raubtier handelt es sich um einen Wolf. Ueli Nef von der Jagd- und Fischereiverwaltung sagt: 

«Es ist der erste bestätigte Wolfsriss in Innerrhoden.»

Auf Ausserrhoder Kantonsgebiet ist es der dritte Vorfall, bei dem Schafe durch Wölfe gerissen worden sind. Der letzte Riss sei im Februar 2017 in Heiden dokumentiert worden, schreibt die Ausserrhoder Jagdverwaltung.

In beiden Kantonen sind gemäss Mitteilungen bei den Kadavern DNS-Proben entnommen und zur Artbestimmung eingeschickt worden. Diese Ergebnisse würden in einigen Wochen vorliegen. 

Tiere über Nacht einstallen

Da sich der Wolf immer noch im Gebiet aufhalten könne, haben das Landwirtschaftsamt und die Jagdverwaltung die Besitzerinnen und Besitzer von Kleinvieh per SMS-Dienst umgehend über den Sachverhalt informiert. «Wir raten, die Tiere über Nacht einzustallen», sagt Nef. Wer seine Tiere draussen lassen möchte, soll sie mit einem elektrischen Zaun schützen. «Je nach Beschaffenheit des Geländes kann der Wolf aber über den Zaun springen.» Auch die Ausserrhoder Jagdverwaltung ruft zu Herdenschutzmassnahmen auf.