Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

«Warum helfen Sie den Fischen nicht und lassen sie elend sterben?» - Kritik an Bachbewirtschaftern in Jona

Der Algenwuchs in der Jona gefährdet die Fische. Zwei Fischretter wurden weggeschickt. Die Bachbewirtschafter wehren sich gegen den öffentlichen Vorwurf der Tierquälerei. Sie setzen auf Uferbepflanzung statt Abfischen.
Astrit Abazi
In der Jona wuchern die Algen. (Bild: Moritz Hager)

In der Jona wuchern die Algen. (Bild: Moritz Hager)

Mit Eimern ausgerüstet begaben sich vergangenen Mittwoch zwei vermeintliche Retter ins Flussbett der Jona. Ihr Ziel: die bedrohten Fische zu retten. Dazu kam es aber nicht. Die beiden Personen wurden von den Bachbewirtschaftern weggeschickt. Wegen der Trockenperiode ist der Wasserpegel tief und das verbliebene Wasser überdurchschnittlich warm. Durch das Algenwachstum sind die Fischbestände gefährdet. Die beiden Fischretter wurden jedoch laut Andri Pfister, Obmann der Bachbewirtschaftungsgruppe in Jona, weggewiesen. Die Aktion sei zwar gut gemeint, aber trotzdem illegal.

Seit einiger Zeit entlädt sich viel Unmut über die Bachbewirtschafter. Bereits vor einer Woche empörten sich Anwohner auf Facebook über den übermässigen Algenwuchs, der die Jona grün erscheinen lässt und die Fische tötet. Viele haben nun den direkten Weg gesucht und Pfister kontaktiert. «Warum helfen Sie den Fischen nicht und lassen Sie diese elend verrecken?», hiess es in einer der vielen Nachrichten, die der Obmann erhielt. Viele hätten sich auch ausgiebig über die Fische und die Algen informieren wollen. Die Vorwürfe sind für ihn aber nicht nachvollziehbar. Den Bachbewirtschaftern würde das Wohlergehen der Fische sehr nahe liegen. «Wir wollen uns nicht als Tierquäler bezeichnen lassen.» Eine einfache Lösung gebe es aber nicht. Auf das Abfischen verzichtet man, da dies die Fische noch stärker belasten würde. Stattdessen pflanzen die Bachbewirtschafter Sträucher und Bäume entlang der Gewässer, damit diese Schatten spenden und sich das Wasser abkühlt.

Wassertests, Krebszählung, Weiterbildungen

Die Bachbewirtschafter kennen die umliegenden Gewässer genau. Das ganze Jahr kümmern sich die 25 Mitglieder der Untergruppe des Fischereivereins Rapperswil-Jona um die Jona und ihre Nebenbäche. Das beinhaltet unter anderem häufige Wasseranalysen und die Dokumentation von Krebsbeständen. Auch arbeiten sie eng mit der Schweizer Fischereiberatungsstelle zusammen, für welche sie Karten von Fischlaich führen. Auch Einführungskurse für Neufischer bieten sie an. Zur Ausführung ihrer Arbeit müssen die Bachbewirtschafter regelmässig Weiterbildungskurse besuchen und seien deshalb bestens informiert, so Pfister. Staatsgelder erhalten sie für ihre Arbeit nicht. Das Interesse der Bevölkerung an den Gewässern schätzt er positiv ein. «Wir haben aber eigentlich kein Interesse daran, im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen», erklärt Pfister. «Wir machen unsere Arbeit, damit alle davon profitieren.» Die Reaktionen in der Bevölkerung hätten sie nun jedoch in Erklärungszwang gebracht. Sollten die Niederschläge in den nächsten Wochen weiterhin ausbleiben, wird sich die Lage der Fische weiter verschärfen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.