Zwei ambitionierte Gastro-Talente

Nicht älter als 30 Jahre, abgeschlossene Berufslehre – so lauten die Wettbewerbsbedingungen für eine Teilnahme bei der «marmite youngster selection». Zwei Jungtalente aus der Stadt St. Gallen haben sich für das Finale qualifiziert.

Jessica Kobler
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Die Stellvertretende Restaurantleiterin Deborah Romano (28) und Jungkoch Reto Jenal (26) zeigen jeden Tag vollen Einsatz. (Bilder: Urs Bucher)

Die Stellvertretende Restaurantleiterin Deborah Romano (28) und Jungkoch Reto Jenal (26) zeigen jeden Tag vollen Einsatz. (Bilder: Urs Bucher)

ST. GALLEN. Rehrücken im Mohnöl mit Zwiebeln und Aprikosen, Semmelknödel mit Tiroler Graukäse – mit dieser warmen Vorspeise hat sich Reto Jenal bei der «marmite youngster selection» beworben und es unter die besten zehn geschafft. Dieser Name steht für den Wettbewerb der grössten Jungtalente der Gastronomie. Neben Jungköchen werden in diesem Jahr zum ersten Mal auch die besten Gastgeber im Service ausgezeichnet. Jetzt stehen die Top 10 beider Kategorien fest – darunter zwei Teilnehmer aus der Stadt St. Gallen.

Dem 26jährigen Jungkoch wurde die Freude am Kochen bereits in die Wiege gelegt. «Meine Mutter ist eine gute Köchin und hat mein Interesse daran geweckt», erzählt Jenal, der ursprünglich aus dem Fürstentum Liechtenstein stammt. Das habe sich irgendwann zu «einer wahren Leidenschaft» entwickelt. In seiner Freizeit gehört das Kochen mit Freunden zu seiner Lieblingsbeschäftigung. Ihn fasziniere vor allem der vielfältige Umgang mit Lebensmitteln. «Damit kann man richtige Kunstwerke vollbringen.» Dazu brauche man grosses Feingefühl. «Jedes Detail muss stimmen.»

«Wenige Menschen geniessen»

Seit einem Jahr ist Reto Jenal nun im Restaurant des Kurhauses Oberwaid tätig. Wie seine tägliche Motivation aussehe? «Ich kann den ganzen Tag kochen – besser geht es nicht!», sagt er. Die Zufriedenheit des Gastes liege ihm vor allem am Herzen. «Im Alltag neigen die Menschen dazu, das Essen einfach so herunterzuschlingen. Das versuche ich mit aussergewöhnlichen Rezepten zu ändern.»

Sein Talent kann er im Finale am 15. September wieder live unter Beweis stellen. Dort muss er sein Gericht der Fachjury vorkochen. Über diese Möglichkeit freue er sich riesig und plane schon die Vorbereitungen. «Ich werde vorher einige Durchläufe proben und meine Kollegen probieren lassen.» Für die Unterstützung des Betriebes und seiner Arbeitskollegen sei er sehr dankbar. Er hat in den vergangenen Jahren schon an mehreren Wettbewerben teilgenommen. Dass dieses Mal «Tirol» das Thema ist, freut den Liechtensteiner. «Ich reise gerne ins Ausland und lasse mich von fremden Spezialitäten inspirieren.»

Auch für Deborah Romano, Stellvertretende Restaurantleiterin des «Hotel Walhalla», ist dies nicht der erste Wettbewerb. «Unter den besten zehn zu sein, ist ein gutes Gefühl», sagt die 28-Jährige. Sie habe sich nicht selber beworben, sondern wurde von einer ehemaligen Chefin empfohlen. «Das ist wirklich eine Ehre», findet Romano. Im Gegensatz zu den Jungköchen werden die Servicemitarbeiter von der Fachjury direkt am Arbeitsort besucht. Ob sie deswegen nervös sei? «Nein. Ich werde meine Arbeit genauso machen, wie jeden Tag. Mir wäre es sogar lieber, wenn die Prüfer ohne Voranmeldung kämen.» Bevor sie sich für die Gastronomie entschieden hatte, war von Anfang an klar, dass sie mit Menschen arbeiten wollte. «Ich komme jeden Tag in Kontakt mit verschiedenen Personen und Kulturen. Das ist spannend und macht Spass.» Als neue Stellvertretende Restaurantleiterin bestehe ihre Arbeit auch darin, sich um ihre Mitarbeiter zu kümmern. «Ich versuche vor allem, die Lernenden zu motivieren, und bin gerne die Ansprechperson.»

Grosse Zukunftspläne

«Mein grösster Traum ist, ein kleines Familienhotel in der Karibik zu leiten», schwärmt sie. Eine Familie hätte sie auch gerne. «Ich bin ein Familienmensch und plane trotz mühsamer Arbeitszeiten viel Zeit für sie ein. Meine Familie, Freunde und Arbeitskollegen sind mein Lebenselixier.»

Porträt von Jungkoch Reto Jenal (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Porträt von Jungkoch Reto Jenal (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

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