Zwangspause bei Maestrani

FLAWIL. Ausgerechnet kurz vor Ostern hat das Sturmtief Niklas die Schokoladenproduktion der Firma Maestrani unterbrochen. Der Flawiler Betrieb verschiebt deshalb die Osterferien.

Christoph Fust
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Die Herstellung der «Munz-Prügeli» war vom Vorfall nicht betroffen. (Bild: Urs Bucher)

Die Herstellung der «Munz-Prügeli» war vom Vorfall nicht betroffen. (Bild: Urs Bucher)

Auch gestern standen die Maschinen des Schokoladenherstellers Maestrani still. Wo normalerweise Schokoladentafeln übers Förderband laufen, räumten Mitarbeiter die letzten Überreste der tags zuvor durch Sturmtief Niklas zerstörten Fensterscheibe weg. «Die Zeit vor Ostern ist für unsere Branche eine sehr produktive Phase», sagt Sebastian Osl, Beauftragter fürs Qualitätsmanagement der Flawiler Firma. Als Vorsichtsmassnahme wurden diverse Halbfabrikate entsorgt, da die Gefahr besteht, dass sie Glassplitter enthalten. Ausserdem muss die komplette Anlage gereinigt werden, und das einige Tage bevor sie ohnehin in Revision gegangen wäre.

Blaues Auge davongetragen

Laut Sebastian Osl ist der Betrieb aber in zweierlei Hinsicht mit einem blauen Auge davongekommen. Einerseits habe sich eine zweite Anlage, die näher beim herunterstürzenden Fenster gestanden habe, schon in Revision befunden. Auf ihr werden die bekannten «Munz-Prügeli» hergestellt. Andererseits sei der Produktionsstop zeitlich gesehen halb so schlimm. Viel härter hätte es den Betrieb getroffen, wenn «Niklas» vor Weihnachten gewütet hätte. «Wenn wir uns einen Zeitpunkt für diesen Zwischenfall hätten aussuchen können, hätten wir Ostern gewählt», sagt Osl. Nach Ostern fährt Maestrani die Produktion jeweils zurück und schickt die Mitarbeiter in die Ferien. Wegen «Niklas» und seinen Folgen wird nun nächste Woche nochmals während einiger Tage produziert. Danach müssen die Maschinen nochmals gereinigt werden. Bereits heute soll ein Teilbereich der Anlage den Betrieb wieder aufnehmen.

In Flawil hat der Sturm ein Dach der Schokoladenfabrik Maestrani zerstört. (Bild: Kapo SG)
26 Bilder
Das Wasser im Hafen in Rorschach spritzt in die Höhe. (Bild: Benjamin Manser)
Auf der Strecke Goldach-Untereggen ist ein Auto von einem umknickenden Baum getroffen worden. (Bild: Kapo SG)
In Sirnach ist dieser Anhänger von einer Windböe erfasst worden. (Bild: Kapo TG)
Windstärke 10 auf Drei Weiere in St.Gallen. (Bild: Ingrid Zürcher/Leserbild)
Ein Baum auf der Autobahn A1 bei Meggenhus. (Bild: Kapo SG)
Auto in Untereggen. (Bild: Kapo SG)
Ein ähnliches Bild zeigt sich in Mels. (Bild: Kapo SG)
In Wattwil ist dieses Dach vom Sturm erfasst worden. (Bild: Kapo SG)
Eine umgekippte Tanne in Wittenbach. (Bild: Kapo SG)
Der Sturm hat es aus seiner Verankerung gerissen. (Bild: Kapo SG)
Der leere Anhänger kippte und prallte gegen die Leitplanke. (Bild: Kapo SG)
In Flawil hat der Sturm ein Dach der Schokoladenfabrik Maestrani zerstört. (Bild: Kapo SG)
Der Sturm peitscht das Wasser an die Hafenmauer in Rorschach. (Bild: Benjamin Manser)
Es stürmt in St.Gallen, fotografiert auf Drei Weieren. (Bild: Ingrid Zürcher/Leserbild)
Ein Feuerwehrmann geht im deutschen Weilheim an einem stark beschädigten Fahrzeug vorbei. (Bild: Keystone)
Vom Winde verweht...eine junge Frau in Zürich sieht nur noch Haare. (Bild: Keystone)
Arbeiter entfernen ein Blechdach in Zürich. Der Sturm riss beim Kreuzplatz ein rund 20 auf 30 Meter grosses und mehrere hundert Kilogramm schweres Stück des Kupferdachs der "Erste Kirche Christi, Wissenschafter Zuerich" auf die Kreuzstrasse. Dabei wurden drei Autos unter dem Dach begraben und stark beschädigt. (Bild: Keystone)
In Michaelbeuern in Salzburg wurde ein Auto von einem Baum getroffen. (Bild: Keystone)
Der starke Sturm deckte das Dach eines Mehrfamilienhauses in Reutte im Tirol ab. (Bild: Keystone)
Ein Dachdecker im deutschen Coppenbrügge repariert ein Dach, von dem Sturm "Niklas" Ziegel gefegt hat. (Bild: Keystone)
Touristen kämpfen sich vor dem Kölner Dom durch den Sturm. (Bild: Keystone)
Leute fotografieren das stürmische Meer bei Den Haag. (Bild: Keystone)
In Deutschland warten Passagiere auf den Bahnhofstreppen, weil ihre Züge ausgefallen sind. (Bild: Keystone)
Spaziergänger entlang der Nordsee. (Bild: Keystone)
Feuerwehrmänner im deutschen Weilheim sichern ein beschädigtes Hausdach. (Bild: Keystone)

In Flawil hat der Sturm ein Dach der Schokoladenfabrik Maestrani zerstört. (Bild: Kapo SG)

Aufwand noch nicht beziffert

Wie stark sich dieser Mehraufwand und die Entsorgung der möglicherweise kontaminierten Schokolade auf die Buchhaltung auswirken werden, ist noch nicht bekannt. «Da wir noch mitten im Prozess sind, kann hier keine seriöse Angabe gemacht werden», sagt Osl.

Vergangene Woche hatte Maestrani angekündigt, am Produktionsstandort an der Toggenburgerstrasse in Flawil bis im Jahr 2017 für zehn Millionen Franken ein neues Besucherzentrum, einen Shop und Büros zu bauen. Der Vorfall vom Dienstag habe darauf keinen Einfluss. «Der Neubau wird gemäss Bauordnung errichtet und sollte auch künftigen Stürmen standhalten», sagt Sebastian Osl.

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