ZUSAMMENSCHLUSS
Appenzeller Bahnen und Frauenfeld-Wil-Bahn fusionieren: Nach 20 Jahren Verlobung soll Hochzeit gefeiert werden

Mittels schriftlicher Stimmabgabe genehmigten die Aktionärinnen und Aktionäre der Appenzeller Bahnen (AB) an der 148. Generalversammlung die Fusion mit der Frauenfeld-Wil-Bahn (FWB). Die AB schreibt trotz Einbruch der Personenverkehrserträge von 20 Prozent ein positives Jahresergebnis von 1,6 Millionen Franken.

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Die Appenzeller Bahnen und die...

Die Appenzeller Bahnen und die...

Bilder: pd

(red/red) Zum Jahresbeginn 2020 entschieden sich die Verwaltungsräte der AB und der FWB eine Fusion der beiden Bahnen vertieft zu prüfen. Hintergründe waren der zunehmend geringere Handlungsspielraum, der weitgehend vollzogene Abschluss der Modernisierung der FWB und die seit bald 20 Jahre gelebte enge Zusammenarbeit beider Bahnen. Für die AB bedeute der Zusammenschluss eine Stärkung der Substanz und die Möglichkeit, im administrativen Bereich Vereinfachungen umzusetzen und vorhandene Synergien optimaler zu nutzen, heisst es in einer entsprechenden Medienmitteilung. «Dies bietet die Chance, sich vermehrt auf Entwicklungsthemen zu konzentrieren.»

Antragsannahme der FWB steht noch aus

Die Prüfungsergebnisse hätten die Machbarkeit eines Zusammengehens bestätigt. Der Verwaltungsrat der AB habe in der Folge der Generalversammlung 2021 die Zustimmung zur Fusion mit der FWB beantragt. Dem Antrag sei durch die Aktionärinnen und Aktionäre stattgegeben worden, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Notwendig seien in der Folge die Beschlussfassung über eine Kapitalerhöhung und die Anpassung der Statuten geworden.

... Frauenfeld-Wil-Bahnen gehören bald zusammen.

... Frauenfeld-Wil-Bahnen gehören bald zusammen.

Der Prüfungsbericht habe unter anderem auch die Substanzwerte der Unternehmungen und davon abgeleitet das Aktienumtauschverhältnis bestätigt: Für eine FWB-Aktie erhalten die FWB-Aktionäre eine AB-Aktie. «Noch ausstehend ist die Antragsannahme durch die Generalversammlung der FWB. Bei einer beidseitigen Zustimmung übernehmen die AB die Aktiven und Passiven der FWB.»

Gesamterneuerungswahlen für die Jahre 2021-2024

Aufgrund der anhaltenden Situation rund um Covid-19, wurde die 148. Generalversammlung der Appenzeller Bahnen auch in diesem Jahr ohne physische Teilnahme der Aktionärinnen und Aktionäre durchgeführt. Anwesend waren die Verwaltungsräte der AB sowie ein Stimmrechtsvertreter. Die Stimmabgabe der Aktionärinnen und Aktionäre erfolgte schriftlich. Der Verwaltungsrat bedankte sich am 11. Juni bei den austretenden Verwaltungsräten Anita Dörler, Vizepräsidentin, und Clemens Wick, Präsident Finanzausschuss, für das Engagement. Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurde Carlo Parolari, Frauenfeld. Er ist derzeit Präsident des Verwaltungsrates der FWB. Die bisherigen Verwaltungsräte Ernst Boos, Jakob Frei, Markus Geyer, Peter Jans, Thomas Rechsteiner und Daniel Weder wurden von der Generalversammlung wiedergewählt.

Covid-Mittel nicht beansprucht

Mit einem Anstieg der Nachfrage sind die AB in den Monaten Januar und Februar gut in das Jahr 2020 eingefahren. Mitte März gab die Pandemie eine andere Richtung vor. Weisungsgemäss reduzierten die AB das Fahrplanangebot. Die Züge der AB legten rund acht Prozent weniger Kilometer zurück. Die Nachfrage und die Personenverkehrserträge brachen ein. Rund 24 Prozent weniger Menschen reisten mit den AB als im Vorjahr. 20 Prozent tiefer als 2019 lagen die Einnahmen. Dank einer klaren Zielsetzung und einer raschen Umsetzung eines Stabilisierungsprogrammes wurde trotzdem ein gutes Jahresergebnis realisiert. Der Gewinn von rund 1,6 Mio. Franken hilft dabei, künftige Minderverkehrserträge aufzufangen, ohne dass die Substanz der Unternehmung beeinträchtigt wird. Dank dem guten Ergebnis wurden der Bund und die Kantone nicht zusätzlich belastet. Auch die vom Bund vorgesehenen Covid-Mittel müssen die AB nicht beanspruchen. (pd)