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ZUSAMMENARBEIT: Zweifel an Rettungsanker für das Spital Heiden

Die angestrebte Kooperation zwischen dem Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden und dem Kanton St. Gallen stösst auf gemischte Reaktionen. Gefordert wird eine klare Strategie.
Patrik Kobler, Jesko Calderara

Der krisengeplagte Ausserrhoder Spitalverbund wollte erst mit Innerrhoden zusammenarbeiten, dann mit der Hirslanden-Gruppe, jetzt laufen offenbar Kooperationsgespräche mit dem Kanton St.Gallen. Darauf lassen Aussagen von Guido Sutter, Präsident der Spitalverbunde des Kantons St.Gallen, in der gestrigen «Ostschweiz am Sonntag» schliessen. Er bestätigte Gespräche, an welchen nebst ihm Exponenten der Ausserrhoder Spitäler sowie Daniel Germann, Leiter des Koordinationsgremiums aller St. Galler Spitäler, beteiligt sind. Vom Ausserrhoder Spitalverbund (Svar)war vorerst keine Stellungnahme zu erhalten, Verwaltungsratspräsidentin Christiane Roth weilte im Ausland. Gesundheitsökonom Willy Oggier hält eine Zusammenarbeit grundsätzlich für sinnvoll. «Es kommt allerdings auf die Disziplinen an.» Welche Leistungen an einem kleinen Spital wie Heiden künftig noch angeboten werden könnten, hänge letztlich von den Fallzahlen und der Qualität ab, sagt Oggier. In der heutigen Form hat dieses seiner Ansicht nach keine Zukunft.

«Die Augen nicht vor der Realität verschliessen»

Als Alternative schlägt Oggier für das Vorderland eine sogenannte Portalklinik vor. Eine solche Anlaufstelle umfasst unter anderem die notfallmässige Versorgung. «Patienten erhalten in einer Portalklinik einen ersten Befund und werden, falls notwendig, an ein grösseres Spital überwiesen», sagt Oggier. Gemäss Hans-Anton Vogel, Präsident der Appenzellischen Ärztegesellschaft, bestehen bereits verschiedene Kooperationen. «Wir überweisen schon heute ganz intuitiv Patienten ans Kantonsspital St.Gallen.» Auf eine verstärkte Zusammenarbeit angesprochen, sagt er: «Wir dürfen die Augen vor der Realität nicht verschliessen.» Eine Realität kann sein, dass das Spital Heiden keine Zukunft hat. Das tönt auch Guido Sutter im Interview mit der «Ostschweiz am Sonntag» an. «Den Spitalstandort Heiden zu halten, wird eine grosse Herausforderung sein», sagt er. Das Spital Heiden trägt massgeblich zu den Millionendefiziten des Svar bei. Um das Defizit zu senken, hat der Spitalverbund im vergangenen Jahr eine Kooperation des Spitals Heiden und der Hirslanden Klinik am Rosenberg in Heiden angekündigt. Seit Anfang Jahr ist davon keine Rede mehr – auch wenn Hirslanden immer noch an einer Zusammenarbeit interessiert ist.

Rechtliche Fragezeichen

Hellhörig machen Aussagen im jüngst publizierten Bericht der Staatswirtschaftlichen Kommission (StwK). «Kurz vor Redaktionsschluss des Berichtes verdichteten sich Anhaltspunkte, dass die geplante und im Rahmenvertrag mit Hirslanden festgehaltene Trennung der Chirurgie von der Inneren Medizin in Heiden rechtlich nicht zulässig ist.» Weder StwK noch Regierung wollen sich vor der Kantonsratssitzung vom 8. Mai zum Bericht äussern. Dafür spricht SVP-Kantonsrat Ralf Menet: «Wenn am Ende alles im Sand verläuft wie bei der Zusammenarbeit mit Hirslanden, dann kann man die Gespräche mit dem Kanton St.Gallen ebenso gut sein lassen.» Er fordert «endlich eine Strategie mit Hand und Fuss». Guido Sutter tönt im Interview interkantonale Gespräche zwischen den Gesundheitsdirektoren des Kantons St.Gallen und beider Appenzell an. «Wir haben uns zwei Mal getroffen», sagt der Ausserrhoder Landammann Weishaupt. Den Rahmen bilde das Krankenversicherungsgesetz, das eine Weiterentwicklung der Kooperation bei der Spitalplanung vorgebe.

Patrik Kobler, Jesko Calderara

redaktion@appenzellerzeitung.ch

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