Zurück zum Dialog

Mit fast 55 Prozent Ja-Stimmen und mit guter Stimmbeteiligung unterstützen die Thurgauerinnen und Thurgauer die beiden Strassenbauprojekte BTS und OLS. Dass es so deutlich werden würde, damit hatte kaum jemand gerechnet, denn der Abstimmungskampf war heftig wie selten zuvor.

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Mit fast 55 Prozent Ja-Stimmen und mit guter Stimmbeteiligung unterstützen die Thurgauerinnen und Thurgauer die beiden Strassenbauprojekte BTS und OLS. Dass es so deutlich werden würde, damit hatte kaum jemand gerechnet, denn der Abstimmungskampf war heftig wie selten zuvor.

Umso wichtiger ist es nun, dass Befürworter und Gegner ihre Beziehung in eine neue Phase bringen, in eine Phase des konstruktiven Dialogs.

Dies gilt zunächst einmal für die Gegner. Sie haben den Volksentscheid zu akzeptieren – so wie sie dies bei umgekehrtem Ergebnis auch erwartet hätten. Es wäre schlechtes Demokratieverständnis, wenn sie nun weiterhin Fundamentalopposition betrieben. Dies gilt namentlich für die Umweltverbände: Sie können und sollen sich weiterhin für eine massvolle Raumentwicklung und den Schutz der Thurgauer Natur einsetzen. Aber sie sollen es tun, indem sie sich bei der Planung der BTS und OLS einbringen – anstatt sie weiterhin zu bekämpfen.

In der Pflicht stehen aber auch die Befürworter. Sie werden daran gemessen, ob sie die Versprechen halten, die sie vor der Abstimmung gaben. Sie hatten ja betont, es sei auch mit BTS und OLS möglich, die Zersiedelung zu bekämpfen. Für die Gemeinden, die gestern jubeln durften, bedeutet dies gegebenenfalls, auf verlockende Zonenerweiterungen zu verzichten und stattdessen eine intelligente Nutzung ihrer heutigen Siedlungsgebiete anzustreben.

All dies heisst noch nicht, dass BTS und OLS auch wirklich gebaut werden. Aber es könnte helfen. Der Thurgau hat nun ein mustergültiges Projekt und einen deutlichen Volksentscheid. Davon muss er nun die Entscheidungsträger auf Bundesebene überzeugen. Dann kommt es gut.

David Angst

david.angst@thurgauerzeitung.ch