Zur Unterstützung von KMU in der Coronakrise: Der Kanton Appenzell Ausserrhoden bereitet Nothilfefonds vor

Der Kanton Appenzell Ausserrhoden unterstützt KMU in der Coronakrise: Er stellt unter anderem Beiträge für Härtefälle in Aussicht. 

Claudio Weder
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Der Bund unterstützt die Wirtschaft in der Coronakrise mit 42 Milliarden Franken – nicht alle Ausserrhoder Unternehmen werden aber davon profitieren können.

Der Bund unterstützt die Wirtschaft in der Coronakrise mit 42 Milliarden Franken – nicht alle Ausserrhoder Unternehmen werden aber davon profitieren können. 

Bild: Gaetan Bally / KEYSTONE

Die Coronakrise trifft Unternehmen besonders hart. Zur Abschwächung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie hat der Bundesrat am 20. März ein umfangreiches Massnahmenpaket beschlossen und gestern konkretisiert. So wurden unter anderem die Möglichkeiten bei der Kurzarbeitsentschädigung ausgeweitet und die Gewährung von Überbrückungskrediten für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erleichtert.

Als Ergänzung zu den Unterstützungsbeiträgen des Bundes in der Höhe von 42 Milliarden Franken schnüren nun auch die Kantone ihre Hilfspakete – der Kanton Appenzell Ausserrhoden hat seines heute in einer Youtube-Medienkonferenz präsentiert. «Mit den Massnahmen des Bundes können wir den allermeisten Unternehmen Unterstützung bieten», sagte Daniel Lehmann, Leiter des Amts für Wirtschaft und Arbeit. Trotzdem sei nicht auszuschliessen, dass einzelne Unternehmen durch die bundesrätlichen Maschen fallen würden.

Daniel Lehmann, Leiter des Amts für Wirtschaft und Arbeit AR.

Daniel Lehmann, Leiter des Amts für Wirtschaft und Arbeit AR.

Bild: PD

Aus diesem Grund vertiefe das Departement Bau und Volkswirtschaft die Vorbereitungen für einen Corona-Nothilfefonds. Daniel Lehmann sagt:

«Mit diesem Fonds besteht die Möglichkeit, nebst Darlehen auch A-fonds-perdu-Beiträge für Härtefälle zu sprechen.»

Profitieren könnten zum Beispiel Taxifahrer, die keinen Anspruch auf Erwerbsersatz haben. «Gemäss Bundesverordnung müssen diese noch weiterarbeiten, die Umsatzeinbussen sind aufgrund der fehlenden Kundschaft aber massiv», sagt Lehmann.

Kooperation mit Stiftungen und Verbänden

Die Vorbereitungen für den Nothilfefonds erfolgen in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung Wirtschaftsförderung, den Ausserrhoder Stiftungen, dem Industrieverein und dem kantonalen Gewerbeverband. Ob der Kanton sich auch finanziell am Fonds beteiligt, steht noch aus. Zudem ist auch die betragsmässige Obergrenze bislang nicht festgelegt worden. «Die Höhe der Beiträge wird individuell beurteilt und hängt davon ab, in welchem Umfang die Person effektiv betroffen ist», so Daniel Lehmann.

Weiter betonte Lehmann, dass das Amt für Arbeit grundsätzlich alle Anliegen aus der Wirtschaft entgegennehme und dabei sicherstelle, dass die betroffenen Unternehmen an die richtige Stelle (Arbeitslosenversicherung, Erwerbsentschädigung oder Hausbank) verwiesen werden. Dies sei zum Beispiel über die neue Hotline (071 353 63 96) möglich, die seit vorgestern in Betrieb ist.

Kanton prüft laufend weitere Massnahmen

Neben dem Fonds hat der Kanton Appenzell Ausserrhoden ein ganzes Bündel an weiteren Massnahmen zur Unterstützung von Unternehmen getroffen: Laut Georg Amstutz, Leiter des Kommunikationsdienstes, werden Rechnungen, die beim Kanton eingehen, sofort beglichen, das heisst: ohne die üblichen Zahlungsfristen abzuwarten. Zudem soll die Frist für die Einreichung von Steuererklärungen um zwei Monate auf den 31. Mai, die Frist für die Einreichung von Prämienverbilligungen um einen Monat auf den 30. April verschoben werden.

Als Ergänzung dazu werde Schuldnern eine speditive und kulante Behandlung von Stundungsgesuchen versichert, so Amstutz weiter. Nicht zuletzt prüfe der Regierungsrat in Abstimmung auf die Bundeshilfen laufend neue Massnahmen, so zum Beispiel den Ausgleichszinssatz bei den Steuern auf null Prozent festzulegen. Wie der Kanton bereits informierte, werden nicht zuletzt auch die Rechnungen für die Tourismusabgaben 2019, die in diesen Wochen fällig wären, für den Moment sistiert. Dadurch sollen insbesondere Gastro- und Hotelbetriebe im Kanton kurzfristig entlastet werden.

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