«Zur Mühle», Kartause Ittingen: Klösterliche Tradition

Essen und trinken wie die Kartäuser-Mönche? Das denn doch nicht. Aber in der «Mühle», dem Restaurant der Kartause Ittingen, wird dem klösterlichen Prinzip der Selbstversorgung weitgehend nachgelebt.

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Essen und trinken wie die Kartäuser-Mönche? Das denn doch nicht. Aber in der «Mühle», dem Restaurant der Kartause Ittingen, wird dem klösterlichen Prinzip der Selbstversorgung weitgehend nachgelebt. Rund 70 Prozent der Produkte, die auf den Tisch kommen, sollen aus dem eigenen Gutsbetrieb oder aus der nahen Region stammen. Der Gutsbetrieb verfügt über rund 100 Hektaren Land: Wald, Acker-, Wies- und Weideland, Rebberge, Obst- und Hopfengärten. Hinzu kommen stattliche Milchvieh- und Schweinebestände.

Eine Alp im Toggenburg dient der Sömmerung der Rinder, aus dem Nussbaumer See im Besitz der Kartause stammen Fische. Die Trauben aus den Rebbergen werden in der eigenen Kellerei gekeltert und die hofeigene Milch wird in der eigenen Käserei zu Milch- und Käseprodukten verarbeitet. Der Hopfen wird ausschliesslich für das Ittinger Klosterbräu verwendet und deckt den Bedarf für die ganze Produktion ab.

Nicht nur das Naheliegende

Dies zu den «Realien» dieser Gastwirtschaft. Kommt die schöne Lage der ganzen Klosteranlage hinzu und deren einnehmende Atmosphäre. Doch dies alles könnte den Gast nicht zufriedenstellen, würde die Küche nicht auch das Ihrige dazu beitragen. Und das tut sie.

Bei unserem Besuch bei den Vorspeisen mit einer aufgeschnittenen Berner Rose Tomate mit Ittinger Frischchäsli (12.50) sowie mit einem Nüsslisalat mit Hirschgeschnetzeltem aus dem Alpstein und Eierschwämmli (16.

50). Besonders bemerkenswert die Tomate, eine alte Schweizer Sorte, eine kräftige und doch feine Fleischtomate. Angenehm zart auch das Hirschgeschnetzelte. Dem folgten als Hauptgerichte Alpstein-Lammragout mit Silberzwiebeln sowie Ebly mit Zucchetti und Tomaten (26.50) und Bodensee-Felchenfilet mit Cherrytomaten und Frühlingszwiebeln in Rahm (28.–). Hier ist die Ebly-Beilage aufgefallen, eine Art Risotto aus Hartweizen – eine schöne Abwechslung.

Gewählt hatten wir von der Tageskarte, auf der Küchenchef Christian Moog und Restaurations-Leiterin Karin M. Strahlegger saisonale Akzente setzen, im Moment mit Wildgerichten. Da findet man denn auch mal Hirschmedaillons mit Eierschwämmlisauce, hausgemachten Spätzli, Rotkraut, Marroni und Preiselbeerbirne (44.–). Ähnlich zusammengesetzt ist der «Herbstteller» als vegetarisches Gericht, bei dem das Fleisch durch Eierschwämmli ersetzt wird (28.–). Auf der Hauptkarte gibt es unter anderem auch «Klassiker» wie das Cordon bleu vom Ittinger Kalb, gefüllt mit Mostbröckli und Brie.

Schöne eigene Weine

Beim Wein haben wir uns wie 90 Prozent der Gäste für Gewächse aus der Kartause entschieden. Zuerst für einen Seyval Blanc, einen feinfruchtigen Weissen, den man sich auch gut zum

Apéro vorstellen kann (41.–). Ihm folgte ein «Kirchwingert», eine Blauburgunder-Auslese aus den besten Lagen der Kartause, ein aromenreicher, voller und runder Wein (54.–).

Unser Eindruck: Der Weg vom Parkplatz durch die Klosteranlage zum Restaurant «Zur Mühle» stimmt einen auf schöne kulinarische Momente ein, die dort zu erleben sind. Urs Bader

Zur Mühle, Kartause Ittingen 8532 Warth, Tel. 052 748 44 11 www.kartause.ch Öffnungszeiten: Täglich 8.30 bis 23.30 Uhr Karte: Haupt- und Tageskarte: Vorspeisen 12.50 bis 18.–, Hauptgerichte 18.– bis 48.–, «Etwas Feines Zwischendurch» 8.– bis 27.–

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