Zum Gebären fehlt das Personal: Das Spital Walenstadt schliesst die Geburtshilfe

Am Spital Walenstadt wird nur noch tagsüber operiert. Die Geburtshilfe wird geschlossen und auf Februar 2020 nach Grabs verlagert. Der Grund für die Massnahme: Akuter Personalmangel.

Regula Weik
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Spital Waldenstadt

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Ralph Ribi

Weshalb ausgerechnet die Geburtshilfe? Diese Frage dürften sich zahlreiche Frauen aus dem Sarganserland stellen. Die Antwort: Es fehlt schlicht das Personal. Das Spital Walenstadt hat bald derart wenig OP-Personal, dass Krankheitsfälle oder auch Kündigungen nicht mehr aufgefangen werden können. Es sei nicht so, dass keine Versuche unternommen worden seien, neues Personal zu gewinnen. Doch der Markt sei so ausgetrocknet, dass auch die verstärkten Rekrutierungsbemühungen erfolglos geblieben seien.

«Es handelt sich deshalb nicht um eine Sparmassnahme, sondern um einen dringend notwendigen, betrieblichen Schritt», sagt Stefan Lichtensteiger, CEO der Spitalregion Rheintal-Werdenberg-Sarganserland.

Trotzdem: Weshalb wird bei der Geburtshilfe angesetzt?

Geburten können nicht einfach auf gewisse Tageszeiten terminiert werden – anders wie planbare Einsätze in den Fachbereichen Chirurgie, Orthopädie oder Traumatologie. Das Geburtshilfe- und Anästhesieteam muss rund um die Uhr innert 15 Minuten im Operationssaal einsatzbereit sein. Das ist ab Februar 2020 nicht mehr gewährleistet; deshalb wird die Geburtshilfe dann ins Spital Grabs verlagert.

Hebammen erhalten Stellenangebote für Grabs

Von der Verlagerung sind zehn Mitarbeitende betroffen. Allen acht Hebammen sowie zwei Pflegenden werden Stellen in Grabs angeboten. Gynäkologische Operationen, Sprechstunden und Schwangerschaftsuntersuchungen gibt es in Walenstadt auch künftig; die Frauenklinik bleibt bestehen.

Der Operationsbetrieb im Spital Walenstadt wird insgesamt neu aufgestellt. Künftig wird nur noch tagsüber und an den Wochenenden operiert, dann aber in zwei Sälen. Damit sei die Versorgung verletzter Wintersportler aus der Region sichergestellt, so die Verantwortlichen. Und: Am Spital Altstätten werde seit über 15 Jahren nur tagsüber operiert; die Erfahrungen damit seien gut.