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ZUGELAUFENE TIERE: Die Katze gehört dem, der sie füttert

Im Frühling sind wieder mehr Katzen im Freien unterwegs. Was kaum bekannt ist: Wer eine zugelaufene Katze füttert, der ist für sie auch verantwortlich. Hört man zwei Monate lang nichts vom Besitzer, darf man sie behalten.
Katharina Rutz
Tierschützer und Tierärzte fordern, dass wilde Katzen kastriert werden. Verantwortlich dafür ist, wer die Katze regelmässig füttert. (Bild: Urs Jaudas)

Tierschützer und Tierärzte fordern, dass wilde Katzen kastriert werden. Verantwortlich dafür ist, wer die Katze regelmässig füttert. (Bild: Urs Jaudas)

In der Schweiz leben rund 1,4 Millionen Katzen – Tendenz steigend. Wer eine zugelaufene Katze auf der nationalen Tierdatenbank meldet und dann zwei Monate nichts vom Besitzer hört, darf sie grundsätzlich behalten. «Wer eine Katze füttert, ist für sie auch verantwortlich», sagt Monika Gmeiner vom Tierschutzverein Sarganserland-Werdenberg. Die Organisation wird häufig bei zugelaufenen Katzen kontaktiert. Sie trägt dann die allfälligen Kosten. Für verwilderte Katzen kann sie auch Katzenfallen zur Verfügung stellen. Häufig würden sie sich aber auch auf normalem Weg einfangen lassen, sagt Gmeiner.

Milch und Mäuse

Gerade Bauernhöfe sind ein grosser Anziehungspunkt für Katzen. Einem bettelnden Kätzchen wird rasch eine Schale Milch hingestellt und auch Mäuse gibt es auf Bauernhöfen zur Genüge. Als Mäusejägerin wird die Katze wiederum von den Landwirten heute noch geschätzt. Doch das Ganze hat eine Kehrseite. Dann nämlich wenn sich Katzen – nicht nur auf Bauernhöfen – unkontrolliert vermehren können. Freigänger-Katzen sollten kastriert werden, wenn sie nicht explizit zur Zucht eingesetzt werden, darin sind sich die Fachleute einig. «Die Vermehrung von wilden Katzen ist sonst rasch ein Fass ohne Boden», sagt Monika Gmeiner. «Auch für die verwilderten Tiere bedeutet häufige Trächtigkeit Stress», ist sie überzeugt. «Sie haben keine geschützte Wurfkiste, sondern müssen sich selber ein Versteck für ihre Jungtiere suchen und diese ständig vor Feinden beschützen.»

Probleme wegen Trächtigkeit

Anders sieht dies bei privaten Katzen aus. «Wenn das Umfeld, die Ernährung und Betreuung stimmt, kann eine Kätzin ohne Probleme über mehrere Jahre regelmässig Junge bekommen. Im Alter kann eine Trächtigkeit aber Probleme verursachen», sagt David Sutter, Tierarzt aus Buchs.

Um Anreize für die Kastration von Bauernhofkatzen zu setzen, führt der Tierschutzverein Sarganserland-Werdenberg eine Aktion durch. So können diese Katzen günstiger kastriert werden. Die Kastration eines Katers kostet zwischen 80 und 100 Franken, diejenige einer Kätzin 160 bis 220 Franken. Auch sozial benachteiligte Halter von Katzen können bei Vorlage der entsprechenden Unterlagen von dieser Aktion profitieren. Wilde Katzenpopulationen können aber auch im Wald entstehen. So hat der Tierschutzverein auf dem Walenstadterberg einmal eine Population von 25 Katzen eingefangen, die an einem Waldrand lebte.

«Auch Tiere haben eine Psyche»

«Unabhängig von der Jahreszeit würde ich die Katzen sieben bis neun Monate nach der Geburt kastrieren, natürlich wenn möglich vor der Paarungszeit im Frühling und Herbst», sagt Tierarzt David Sutter. Eine gewisse Berechtigung sieht er in der Frage, ob man eine Katze aus sozialen Gründen einmal Mutter sein lassen sollte. «Ich denke, dass Tiere auch eine Psyche und damit verbundene Gefühle haben», sagt der Tierarzt, der jährlich bis zu 300 Kater und 200 Kätzinnen kastriert. Herrenlose Katzen machen davon einen Viertel aus.

Gerade wegen der vielen herrenlosen Katzen erachtet es Tierschützerin Gmeiner als sinnvoll, auch Kätzinnen vor der ersten Trächtigkeit zu kastrieren.

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