Zugbegleiterin attackiert: St.Galler Student muss Busse zahlen

BELLINZONA/ST.GALLEN. Ein St.Galler Student, der nach einer durchzechten Nacht im Zug durch die ganze Deutschschweiz geirrt war, kommt vor Bundesstrafgericht mit einer milden Strafe davon. Er attackierte bei der Billettkontrolle eine Zugbegleiterin und die Transportpolizei, die ihn erst mit Pfefferspray stoppen konnte.

Drucken
Die Zugbegleiterin musste den Studenten für die Billettkontrolle wecken. (Bild: Keystone/Symbol)

Die Zugbegleiterin musste den Studenten für die Billettkontrolle wecken. (Bild: Keystone/Symbol)

Das Gericht in Bellinzona verurteilte den Mann wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamten zu einer Geldstrafe von 1500 Franken bedingt mit einer Probezeit von zwei Jahren. In jedem Fall muss er eine einmalige Busse von 300 Franken zahlen und die Verfahrenskosten in Höhe von 500 Franken tragen.

Der in St.Gallen wohnhafte Student nahm im Februar 2014 in den frühen Morgenstunden nach einem intensiven Ausgang den Zug von Winterthur nach St.Gallen, schlief jedoch unterwegs ein und verpasste seine Haltestelle. Der Zug fuhr mit ihm nach Bern weiter, wo der Mann ausstieg und direkt zurück nach St.Gallen fuhr. Zwischen Zürich und St.Gallen wurde er von der Zugbegleiterin für die Billettkontrolle geweckt.

Pfefferspray und Handschellen
Als diese ihm das Ticket nicht sofort wieder aushändigen wollte, drückte er der Zugbegleiterin die Hand zu. Diese erlitt dadurch leichte Verletzungen. Nachdem er sich weigerte, seinen Ausweis vorzuzeigen, rief die Bahnmitarbeiterin zwei Transportpolizisten zu Hilfe, die an der Haltestelle Winterthur den Zug betraten.
Gegen diese setzte sich der deutsch-ukrainische Doppelbürger mit Tritten und Fausthieben zur Wehr, als sie seine Identität prüfen wollten. Als der Mann sich weiter aggressiv verhielt, setzten die Beamten Pfefferspray ein und legten ihm Handschellen an.

Der Verurteilte zeigte sich geständig und entschuldigte sich bei der geschädigten Zugbegleiterin, die in Bellinzona nicht anwesend war. Ebenso fehlten Staatsanwältin und Verteidiger beim Prozess − ein Sonderfall, wie der Richter auf Anfrage sagte. (sda)

Aktuelle Nachrichten